Automatisierung für das Abenteuer

Höchste Qualität, Zuverlässigkeit und Funktionalität – diese Anforderungen stellen Extremsportler an ihre Ausrüstung. Und Mammut an seine Lager. Die Schweizer Outdoor-Marke hat mit Dematic ein automatisiertes Zentrallager in Wolfertschwenden errichtet. Größer, schneller, besser heißt das Ziel in Zeiten des boomenden Online-Handels.

Sie erinnert an eine zerklüftete, uralte Gletscherlandschaft und wirkt zugleich irgendwie futuristisch: Mit ihren 18 Meter hohen schwarzen Vorsatzelementen lässt schon die Fassade des Logistikzentrums von Mammut erahnen, dass sich hinter ihren Mauern ein hochmodernes Lager befindet. In Wolfertschwenden südlich von Memmingen im Allgäu vertraut der Hersteller von Bergsportbekleidung und -Ausrüstung auf Dematic. „Unser Unternehmen wächst und die Logistik wächst mit. Der Expansion müssen unsere Lager gerecht werden“, sagt Chief Supply Chain Officer Josef Lingg. Dem großen, schlanken Schweizer sieht man an, dass er in seiner Freizeit selbst viel in der Natur und in den Bergen unterwegs ist – wenn er seine Harley-Davidson mal in der Garage lässt.

"Dematic unterstützt uns aktiv und geht den Schritt vom manuellen zum vollautomatischen Lager mit uns gemeinsam und erfolgreich."


Josef Lingg

Chief Supply Chain Officer bei Mammut

Das Schweizer Traditionsunternehmen begann 1862 mit der Herstellung von Seilen, damals noch unter dem Namen Seilerwarenfabrik AG Lenzburg. Inzwischen erwirtschaftet die Mammut Sports Group einen Umsatz von knapp 250 Millionen Schweizer Franken. „2011 haben wir uns für ein Lager, in dem Automatisierung die Lagerprozesse optimieren sollte, entschieden. Und für Dematic als Partner und Berater“, sagt Lingg, der bereits seit 24 Jahren für die Mammut Sports Group arbeitet und als Chief Supply Chain Officer die gesamte Lieferkette verantwortet – vom Einkauf der Ressourcen für die in der Schweiz entwickelten Produkte über die globale Inbound-, Lager- und Outbound-Logistik bis hin zur Qualitätskontrolle mit einem eigenen Büro in Asien. Als Spezialist für Automatisierung und Lieferketten-Optimierung war Dematic von Beginn an für die Konzeption zuständig und brachte das Projekt in sportlichen 17 Monaten zum Abschluss.

Karabiner und Pullover in einem Karton

„Die logistische Herausforderung stellten die unterschiedlichen Güter dar, die Dematic und Mammut zu handhaben hatten“, sagt Christian Graf, verantwortlich für den Dematic Servicevertrieb in Bayern. „Schwere und harte Waren wie Karabiner und Seile werden mit Kleidung und Schuhen kombiniert. Dabei müssen wir die unterschiedlichen Größen und Gewichte berücksichtigen und die Artikel in der richtigen Sequenz aufeinander packen, damit sie nicht beschädigt werden.“

Im Wareneingang erfassen Scanner eingehende Kartons, die dann ins automatische Kleinteilelager (AKL) mit seinen 145.000 Stellplätzen befördert werden. Für bestellte Artikel geht es von hier aus weiter ins Multishuttle-Lager, das Herzstück der Anlage. Das Lagersystem der zweiten Generation ist schneller und sparsamer als sein Vorgänger. Die Kartons lagern in vier Gassen auf 20.000 Stellplätzen, um später automatisch zu den Kommissionierplätzen gebracht zu werden. An diesen Sammelpunkten kommen die Waren bereits geordnet nach Gewicht oder Größe an. Die Kartons werden fertig gepackt und fahren automatisch weiter zum Warenausgang. Im Einzelhandel können sie später in der richtigen Reihenfolge hintereinander ausgepackt werden.

Weiteres Wachstum eingeplant

„Pünktlich zu unserer 150-Jahr-Feier 2012 konnten wir das Lager, unser – im wahrsten Sinne des Wortes – ‚Mammutprojekt‘, in Betrieb nehmen. Die Partnerschaft hat sich bewährt“, sagt Lingg. Dematic ist nicht nur Lieferant, sondern ein strategisch wichtiger Partner für die Mammut Sports Group. „Dematic unterstützt uns aktiv und geht den Schritt vom manuellen zum vollautomatischen Lager mit uns gemeinsam und erfolgreich“, sagt Josef Lingg.

Platz für weiteres Wachstum in den kommenden Jahren gibt es reichlich. „Die Lager sind entsprechend ausgerüstet“, sagt Christian Graf. „Im AKL könnten die RapidStores, die Regalbediengeräte für die Kleinteilelagerung, mit einem weiteren Lastaufnahmemittel ausgerüstet werden, um noch mehr Kartons transportieren zu können. Auch das Multishuttle-Lager ist völlig flexibel. Derzeit sind hier 48 Shuttle im Einsatz, natürlich könnten wir es um weitere Ebenen und damit um weitere Shuttle erweitern. Es können auch noch mehr Kommissionierplätze geschaffen werden.“

Für das Unternehmen wird es in naher Zukunft wichtiger denn je, seine Lager erweitern zu können. Denn während die Waren mit dem Mammut-Logo bisher ausschließlich an den Einzelhandel verschickt wurden, können seit Herbst 2016 auch Privatkunden direkt über die Website des Unternehmens bestellen.

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