KION Americas - Eine Region voller Herausforderungen

Sie teilen sich nicht nur einen Kontinent – sondern auch die Leidenschaft für ihren Job und die Freude an Herausforderungen. Und davon gibt es einige. Vincent Halma, CEO von KION North America, und Frank Bender, CEO von KION Latin America haben für das Segment Industrial Trucks & Services das Ruder fest in der Hand, wenn es darum geht, das Geschäft mit Gabelstaplern, Lagergeräten und Dienstleistungen inmitten eines sich ständig wandelnden Marktes auf Kurs zu halten. Jeder auf seine Weise, jeder mit seinen eigenen Strategien. Was beide aber eint, ist die Gewissheit: Der Dematic Kauf birgt gewaltige Chancen.

Frank Bender hat Grund zu feiern, obwohl die trübe Wirtschaftslage Brasiliens keinen Anlass zu geben scheint. „Das Klischee, dass jede Krise Chancen birgt, stimmt!“, sagt er und erklärt offen: „Nur die Krise hat uns dazu gebracht, eine im Rest der Welt undenkbare Entscheidung zu treffen und zwei Konkurrenten zusammen zu vertreiben – nämlich Geräte der Marken Linde und STILL. Wenn dir das Wasser bis zum Hals steht, hast du keine andere Wahl, als zu schwimmen.“

"2017 wird ein historisches Jahr für die KION Group und den nordamerikanischen Material-Handling-Markt."


Vincent Halma

CEO von KION North America

Mit der Zusammenführung konnte KION South America trotz sinkender Verkaufszahlen Marktanteile und Rentabilität steigern. Bender, der dunkelblonde Mann mit den hellen Augen, nippt an seinem Espresso, bevor er weiter spricht. „Hier in Brasilien zwingt uns die instabile Wirtschaft, täglich Neues zu erfinden. Unsere Operating Unit hat sich von allen am meisten verändert: Unser Umsatz ist innerhalb von drei Jahren um fast 80 Prozent gesunken – wenn wir uns nicht verändert hätten, wären wir heute nicht mehr da.“

Veränderung ist auch das große Thema bei KION North America. Neue Stapler werden für den dortigen Riesenmarkt entwickelt, die genau auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind. „2017 wird ein historisches Jahr für die KION Group und den nordamerikanischen Material-Handling-Markt", sagt der Niederländer Halma mit einem Leuchten in den Augen. „Wir werden auf der Fachmesse ProMat im April den größten Stand haben, um dort unsere ersten neuen Produkte vorzustellen, die speziell für den nordamerikanischen Markt entwickelt wurden."

Vicent Halmas Team baut das Händlernetzwerk weiter aus. „KION North America ist das einzige Unternehmen in unserem Markt mit derartig großen Anstrengungen im Bereich Forschung und Entwicklung", erklärt er. „Viele neue Händler sind interessiert, Teil dieser einzigartigen Möglichkeit zu werden."

Bisher bediente KION North America nur eine Nische mit einer Marktabdeckung von 15 Prozent. Mit der Einführung einer neuen Linie Gegengewichtsstapler sollen es innerhalb von zwei Jahren 85 Prozent sein. Denn im nordamerikanischen Hauptsitz in Summerville im US-Staat South Carolina sind die Hierarchien flach: Die Tür zu Vincent Halmas Büro, das gegen die flimmernde Südstaatenhitze draußen heruntergekühlt ist, steht meist weit offen, an einem großen ovalen Tisch kommen die Kollegen zur Lagebesprechung zusammen. „Die Hälfte unserer Mitarbeiter ist neu dabei", erklärt Vincent Halma mit einem Lächeln. „An meinem Job begeistert mich immer aufs Neue, dass wir ein 100 Jahre altes Start-up-Unternehmen sind."

"Wenn wir uns nicht verändert hätten, wären wir heute nicht mehr da."


Frank Bender

CEO von KION Latin America

Unverzichtbar ist auch für Frank Bender der persönliche Kontakt, er besucht die wichtigsten Kunden selbst, spricht auch mit seinen Angestellten am liebsten persönlich. Teamarbeit und Kundenorientierung zeichnen KION Latin America aus, für die er verantwortlich ist. Der deutschstämmige CEO hat große Pläne für seine Region: „Wenn die Krise vorüber ist, haben wir alle Chancen, in Punkto Rentabilität zur weltweit besten Operating Unit zu werden.“

Bei allem was Frank Bender sagt, verströmt er Optimismus und Sicherheit. Wieder etwas, das er mit Vincent Halma gemeinsam hat. „Ich lerne gern, und mein Arbeitsgebiet ist dafür ideal. Jeden Tag habe ich mit einem anderen Industriezweig zu tun, mit einem Hafen, einem Pharmaunternehmen, einem Großhändler. Ich bin seit 17 Jahren im Unternehmen, seitdem war kein einziger Arbeitstag wie der andere. Jetzt müssen wir In Südamerika ebenso stark wachsen wie in den vergangenen Jahren in Brasilien. Vor allem wollen wir unsere Präsenz in Argentinien und Chile stärken.“ In einigen Fällen müssten die passenden Geräte für die potentiellen Kunden erst entwickelt werden, erklärt der CEO – und das klingt, als freue er sich jetzt schon darauf.

Mit Freude merkt Bender an, dass der Erwerb von Dematic die KION Group nicht nur zu einem der weltweit größten Player in der Industrie macht. „Mit uns kann Dematic in Brasilien im Bereich Kundendienst wachsen. Umgekehrt können wir mit Dematic viel früher von Projekten erfahren und rechtzeitig unsere Angebote vorlegen.“ Halma stimmt zu: „Dematic ist eine fantastische Akquisition für KION. Das Unternehmen liefert uns ein Produktportfolio und Lösungskonzepte für Kunden, die wir vorher nicht hatten. Für uns in Nordamerika bedeutet das, dass wir völlig neue Kunden kennen lernen können. Wir sehen hier zahlreiche Synergie-Chancen.“

Mit einem Augenzwinkern fügt Halma an: „Ich sehe es als meine Aufgabe an, dafür zu sorgen, dass wir bei all den Veränderungen auch ein bisschen Spaß haben. Deshalb lädt er seine Angestellten einmal im Quartal in das sogenannte „Baker House” ein. Die historische Villa im Südstaaten-Stil mit weißen Schaukelstühlen auf der Veranda steht auf dem KION Gelände hinter dem großen Werk. Dort gibt es dann Steaks und Burger für alle – natürlich frisch vom Grill.

Dass auch Frank Bender ein wenig Genussmensch ist, verbirgt er nicht. Das Einkaufszentrum Eataly, das Feinkostläden und Restaurants unter einem Dach vereint, ist einer seiner Lieblingsorte in São Paulo. „Wenn ich hier essen war, kaufe ich oft gleich danach die Zutaten und versuche zuhause, die Gerichte nach zu kochen“, erklärt der CEO. Davon haben - wie bei Vincent Halma - auch seine Mitarbeiter etwas: „Ich habe hier sogar schon Firmenfeiern abgehalten.“

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