Die große Vielfalt Asiens

Wenn Ching Pong Quek die Region Asien-Pazifik mit einem Wort beschreiben soll, fällt ihm sofort eines ein: Vielfalt. „Die wirtschaftliche Situation, der Markt, die Kundenanforderungen, die Kultur und die Sprachen sind in dieser Region enorm unterschiedlich", sagt Quek, der zugleich President der Operating Unit KION APAC und KION Vorstandsmitglied ist. Das gelte auch für die Intralogistik-Industrie, in der sich KION bewegt. Von der Spitzentechnologie bis zur preiswerten Lösung aus dem Economy-Segment werden alle Qualitätsstufen nachgefragt. „Das Marktpotenzial variiert sehr stark", sagt er und erklärt dies unter anderem anhand der Gabelstaplerdichte: „In Singapur gibt es 1.000 Gabelstapler auf eine Million Einwohner. In Australien sind es 700, in China 200 – und in Indien zehn!" Diese Zahlen spiegeln nicht zuletzt den ebenfalls sehr unterschiedlichen Entwicklungsstand dieser Länder. Und daraus resultieren wiederum ganz unterschiedliche Kundenbedürfnisse, da die Lagerhäuser in Schwellenländern unterschiedlich technisiert sind.

Generell aber schreitet überall die Digitalisierung voran: mit Big Data, Cloud Computing oder Online-Handel, der sich vor allem in China rasant ausbreitet. Und quer durch die Region ist der Trend unübersehbar, dass die Nachfrage nach Elektro-Staplern und Lagertechnik wächst, und sich die Unternehmen, vor allem in Ländern mit höheren Arbeitslöhnen, zunehmend automatisieren. Letzteres mag in Märkten wie etwa Indien und Teilen Südostasiens noch nicht so vordringlich sein. Doch auch dort wird ein breiteres Angebot immer wichtiger, um Kundenwünsche zu erfüllen. Zum Beispiel sind laut Quek die einst eher spezialisierten Anwendungen einzelner Lagertechnikgeräte heute viel breiter aufgefächert.

"Wenn du dich nicht verändern kannst, dann fällst du hinter den anderen Mitspielern zurück."


Quek Ching Pong

President von KION APAC und KION Vorstandsmitglied

Für diese vielfältige Welt ist die KION Group gut gerüstet. „Eine Spezialität der Region APAC ist auch, dass wir hier so viele Marken haben", betont Quek. In den großen Märkten ist KION jeweils mit mehreren Marken aktiv – in China mit Linde, Baoli und STILL. KION India bietet inzwischen ebenfalls drei Marken an: neben den Geräten der lokalen Marke Voltas auch Flurförderzeuge von Baoli und Linde.

Alle diese Marken müssen auf ihre Weise den Wandel mitgehen, den die Markttrends der verschiedenen Länder mit sich bringen. Veränderungen machen dem in Malaysia geborenen Ching Pong Quek allerdings keine Angst. Im Gegenteil. „Ich mag Wandel", betont er. Wandel ist für ihn gleichbedeutend mit Fortschritt. Und er hält ihn für unvermeidlich. „Wenn du dich nicht verändern kannst, dann fällst du hinter den anderen Mitspielern zurück. Aber wenn du den Wandel annimmst, dann ist er eine große Chance."

Wichtig sei, dass man die Veränderungen nutzt, um den Kunden neue Geschäftsangebote zu machen. Dazu gehören etwa die demnächst bei Linde (China) in Xiamen produzierten E-Stapler der neuen, ökonomischen Smart Line oder auch fahrerlose Transportsysteme (AGV), die laut Quek derzeit vor allem aus Hongkong und Singapur nachgefragt werden. „Noch werden die AGV hierher importiert, aber wir arbeiten daran, sie zu lokalisieren."

Im Wandel sei auch die Produktionslandschaft, sagt Quek: „Früher hat jeder alles selbst gebaut. Heute sollten wir unsere Ressourcen priorisieren und bestimmte Dinge outsourcen. Selbst unser Konkurrent kann auf einmal unser Partner sein. Zum Beispiel designen wir das Produkt selbst, kontrollieren dann die Produktion bei einem Lizenzfertiger und am Ende die Qualität." Zum Beispiel lasse Linde (China) einige der elektrischen Einstiegs-Lagertechnikgeräte heute bei einem Lizenzpartner bauen. “Das hätten wir früher niemals gemacht." Heute sei das vollkommen normal und habe sich als effektiv erwiesen.

"Heute sollten wir unsere Ressourcen priorisieren und bestimmte Dinge outsourcen. Selbst unser Konkurrent kann auf einmal unser Partner sein."


Quek Ching Pong

President von KION APAB und KION Vorstandsmitglied

In seiner Position sieht Quek sich auch als derjenige, der die Belegschaft anleiten und für den Wandel begeistern muss. „Ich sehe sehr gerne dabei zu, wie die Kollegen in ihren Jobs wachsen", sagt er. Regelmäßig geht er durch das Unternehmen, um Mitarbeiter persönlich zu treffen und konkrete Themen zu besprechen – jedes Mal mit einem anderen inhaltlichen Schwerpunkt. „Das Argument, dafür sei keine Zeit, lasse ich nicht gelten. Die Menschen in der Fabrik sind ja diejenigen, die etwaige Probleme als erste erkennen und dafür auch am ehesten Lösungen finden."

In Bewegung ist Quek auch in der Freizeit: Er geht regelmäßig laufen, bis zu viermal die Woche eine längere Strecke. „In Xiamen laufe ich immer acht bis fünfzehn Kilometer: von zuhause los, am Meer entlang, bis zur Universität. Nach dem Laufen ist mein Kopf ganz leer – und dann fallen mir die Antworten auf ganz viele Fragen ein." Das funktioniert auch beim Reisen um die Welt, sagt er. Auch in Wiesbaden kennt Quek bereits gute Laufstrecken.

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