„Wir brauchen geistige Flexibilität“

Es genügt schon ein Blick in Andreas Krinningers Garage, um zu wissen, wie wichtig ihm Flexibilität ist: Gleich fünf Fahrräder stehen dort dem President der Operating Unit Linde EMEA und passionierten Mountainbiker zur Verfügung – für den Fall der Fälle. Und auch im Job kreist für den hoch gewachsenen Manager viel um Beweglichkeit, darum, keinesfalls auf ausgetretenen Pfaden zu verharren: „Wir müssen immer hinterfragen, welche Angebote unsere Kunden brauchen, welche neuen Leistungen wir etablieren müssen“, sagt er. „Das immer wieder neu zu durchdenken, ist ein stetiger Prozess. Dafür brauchen wir geistige Flexibilität und ein sehr, sehr gutes Verständnis für die Bedürfnisse unserer Kunden.“

Wandel zu gestalten ist kein Leichtes, auch nicht bei Linde. Doch die KION Marke ist in einer guten Ausgangslage. Sie ist der profitabelste Hersteller von Material-Handling-Lösungen im Markt, hat ein sehr dichtes Sales- und Service-Netzwerk, hervorragende geschulte Mitarbeiter sowie ein sehr breites, robustes und leistungsstarkes Produktspektrum. Alles Eigenschaften, die Kunden schätzen.

Das soll so bleiben. „Der Wandel, der vor uns steht, ist eine Riesenchance“, sagt Krinninger. „Wir haben die Möglichkeit, ein ganz neues Geschäftsmodell aufzubauen.“ In der Vergangenheit war es ausreichend, den besten, schnellsten und zuverlässigsten Stapler anzubieten. In Zukunft werden die Kunden ganz neue Lösungen verlangen. „Diesen Wandel wollen wir gestalten und ein Anbieter für komplette Materialflusslösungen sein.“


Differenzierung durch kundenspezifische Anpassungen und Nachhaltigkeit

"Wir haben die Möglichkeit, ein ganz neues Geschäftsmodell aufzubauen"


Andreas Krinninger

President von Linde MH EMEA

Ein wichtiges Differenzierungselement für Linde sind dabei seit jeher die Customized Options, also kundenspezifische Anpassungen der Geräte. „Allerdings können wir mit unserer Reaktions- und Liefergeschwindigkeit noch nicht immer zufrieden sein“, sagt Krinninger nachdenklich. Das soll anders werden. „Wir haben verschiedene Initiativen eingeleitet, mit denen wir die Reaktionszeit verbessern und die Durchlaufzeiten reduzieren.“ Neue Online-Systeme sollen helfen, die Angebotsvielfalt transparenter machen und die Abwicklungsprozesse besser miteinander verzahnen. Einen Schub geben sollen aber auch zusätzliche Mitarbeiter. „Wir hoffen, damit den Kunden im Laufe des Jahres 2017 eine deutlich höhere Performance bieten zu können.“

Neben der Leistung ist Nachhaltigkeit für die Kundschaft immer wichtiger. Sie ist auch ein starkes Verkaufsargument. „Es gibt formale Voraussetzungen, die wir erfüllen müssen. Darüber hinaus ist es meine Überzeugung, dass wir in allen Dingen, die wir tun, immer nachhaltig agieren sollten. Für unsere Kunden, Mitarbeiter, Shareholder und für unser Umfeld. Daher spielt die Corporate Responsibility – das verantwortliche Handeln eines Unternehmens – in den Entscheidungen der Linde Führungsmannschaft eine wichtige Rolle“, sagt der President der Linde MH EMEA.

Synergien mit Dematic als Chance

Im Zukauf von Dematic sieht Andreas Krinninger für Linde eine enorme Chance, denn die KION Marke entwickelt sich weiter vom Stapler- zum Lösungsanbieter. Und für diesen Wandel sieht sie die Möglichkeit, viele Synergien mit dem Automatisierungsspezialisten zu nutzen. Der President ist begeistert: „So haben wir ganz neue Möglichkeiten, Werte für unsere Kunden zu schaffen und können uns am Markt deutlich differenzieren.“

"Diesen Wandel wollen wir gestalten und ein Anbieter für komplette Materialflusslösungen sein"


Andreas Krinninger

President von Linde MH EMEA

Diesen Wandel mitzugestalten findet Krinninger faszinierend. Sein Anspruch: die richtigen Weichen zu stellen, damit sein Unternehmen in zehn, fünfzehn Jahren genauso relevant für seine Kunden ist wie heute. „Als Linde in Europa waren wir in den vergangenen Jahren erfolgreich und haben unsere Ergebnisse kontinuierlich gesteigert. Aber die Faktoren, die uns in der Vergangenheit erfolgreich gemacht haben, sind nicht notwendigerweise die gleichen, die uns in Zukunft erfolgreich machen“, sagt er. Wie beim Mountainbiken verlässt er sich aber auf sein Team, und nicht nur der Leistung wegen: „Es macht einfach mehr Spaß!“

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