2020-10-23

Digital-Kompetenz unter einem Dach

Auf einem Campus wird bekanntlich gelehrt und gelernt. Da nimmt sich KION nicht aus. 2018 gegründet, hat der „Digital Campus“ als Innovationsschmiede des Konzerns inzwischen viele digitale Lösungen entworfen und damit wertvolle Erfahrungen gesammelt. Jetzt ist er in den neuen, breiter aufgestellten Bereich „KION Digital“ integriert – mit zusätzlichen Arbeitskräften, neuen Expertisen und einem größeren Zuhause.

Agile Arbeitsmethoden in dynamischen Teams, der Einsatz künstlicher Intelligenz, ausgeklügelte Datenanalyse und zukunftsweisende Software-Entwicklungen: Die digitale Transformation in Industrie und Handel verlangt nach neuen Arbeitsweisen, Lösungen und Geschäftsmodellen – auch in der Intralogistik. Deshalb hat die KION Group bereits vor gut drei Jahren ein eigenes, konzernweites Innovationslabor, den „Digital Campus“, ins Leben gerufen – und seitdem ist viel passiert: Die Mitarbeiterzahl hat sich seither mehr als verdreifach, zudem sind inzwischen weitere digitale Einheiten dazu gekommen, um die Potentiale des digitalen Wandels im Konzern noch stärker auszuschöpfen. „Aus den für unsere Branche fast schon revolutionären Anfängen mit vielfältigen inspirierenden Ideen, kreativen Methoden und erstaunlichen Innovationen haben wir ein klares und lukratives Geschäftsmodell geformt“, sagt Maik Manthey, der bei KION das digitale Geschäft leitet.

„KION Digital“: Gebündelte Kompetenz für die digitale Transformation

Neben „KION Invest“, einem Konzern-Bereich der bisher vorwiegend StartUp- und Technologiescouting durchführte, den „Digital Campus“ aber auch schon bei „Make- or Buy“-Entscheidungen unterstützte, arbeitete der Campus bis dato quasi für sich allein. Jetzt gehört er – mit fünf weiteren Bereichen – zum neuen, übergreifenden Geschäftsfeldes „KION Digital“: „Mit den internen Fachdisziplinen ‘Digital Campus‘, ‘Digital Business Development‘, ‘Digital Invest‘, ‘Digital Academy‘, dem im Aufbau befindlichen ‘Digital Analytics Lab‘ sowie einem ‘Digital Office‘ haben wir unsere Kompetenzen gebündelt, um unsere vielfältigen Kunden bei der fortschreitenden Transformation bestmöglich zu unterstützen – intern, wie extern durch höhere Effizienz und neue, mehrwertschaffende digitale Lösungen“, erklärt Manthey. Um das zu erreichen, liegt jedem Digital-Projekt ein Vier-Phasen-Prozess zugrunde: „Ideate“, „Build“, „Ramp-Up“ und „Run“. Diese Phasen können zwar aufeinander aufbauen, beim Projektbeginn aber auch individuell betrachtet werden, was eine starke interdisziplinäre und agile Zusammenarbeit ermöglicht. „Neben dem strategischen Rahmen legen die Idee und der Kundennutzen den Grundstein für jedes Projekt. Der Endnutzer ist also schon ganz zu Beginn der wichtigste Stakeholder in unserem Vorgehen“, schildert Manthey. Wichtig dabei sei, dass die technische Machbarkeit zu jeder Zeit geprüft und der Markt bzw. der Wettbewerb vorab sondiert werde.

In der zweiten, der sogenannten „Aufbau“-Phase, wird der eigentliche Prozess erstellt. „Hier entscheiden wir, ob wir für die angestrebte Lösung eine Software kaufen und adaptieren oder selbst eine erschaffen.“ Erste Feldtests und Schnittstellenoptimierungen für die Softwareumgebung inbegriffen. In der dritten Phase wird das endgültige Projekt-Team für den laufenden Betrieb zusammengestellt, der Go-To-Market geplant und die Software implementiert. „Im letzten, vierten Schritt wird das Gesamtpaket bei den Nutzern eingerichtet und, je nach Bedarf, weiterentwickelt.“ Ab jetzt zahle sich die implementierte Lösung auch im wahrsten Sinne des Wortes aus, betont Manthey. „Unserem Use-Case liegt grundsätzlich auch immer ein Business-Case zugrunde, denn unser Ziel ist es selbstverständlich, Geschäft zu generieren und einen finanziellen Wertbeitrag für den Konzern zu leisten.“

Mit ‘KION Digital‘ sind wir jetzt optimal darauf vorbereitet, im Konzern die Arbeitswelt von morgen mitzugestalten. Wir wollen für die KION Group und ihre Marken zum ganzheitlichen Lösungsanbieter in der zunehmend digitalen Welt werden.

Maik Manthey, Leiter des digitalen Geschäfts bei KION

„Make digitalization happen“

Mit seinem mehr als 30-köpfigen Team hat sich Manthey den Leitsatz „Make digitalization happen!“ auf die Fahnen geschrieben. Dass er diesen Worten bereits Taten folgen lässt, verdeutlicht er an zwei Beispielen: „Mit unserem markenübergreifenden Flottenmanagement-Projekt schaffen wir erstmals eine gemeinsame Systemgrundlage für die Stapler-Flotten unserer Tochtergesellschaften Linde Material Handling und STILL.“ Durch die gemeinsame Plattform sollen Synergien geschaffen sowie deutlich schnellere Weiterentwicklungen inklusive Implementierungen möglich werden. „Das Tolle an unserer Lösung ist, dass STILL und Linde MH ihre bisherigen Tools für die Kunden behalten können. Wir setzen zwar ein neues Backend auf, aber das Frontend, das bei den Kunden sichtbar ist, können unsere Marken individuell auf ihre Bedürfnisse anpassen und nutzen." Auch das künftige „Asset Lifecycle Ecosystem“ von „KION Digital“ setzt auf Synergien und soll konzerninterne IT-Investitionen erheblich reduzieren. „Mit dem neuen Ecosystem wollen wir die Geschäftsprozesse für Leih- sowie für gebrauchte Stapler der Marken Linde MH und STILL optimieren“, erläutert Manthey. Durch schnelle und ausgetüftelte Planung im System könne der „Lebenszyklus“, sprich die Einsatzspanne der Flurförderzeuge erheblich ausgeweitet und damit deren Effizienz deutlich gesteigert werden. Das zahle sich buchstäblich aus.

„Mit ‘KION Digital‘ sind wir jetzt optimal darauf vorbereitet, im Konzern die Arbeitswelt von morgen mitzugestalten“, sagt Manthey. „Wir wollen für die KION Group und ihre Marken zum ganzheitlichen Lösungsanbieter in der zunehmend digitalen Welt werden.“ Dafür darf er künftig nicht nur auf zusätzliche Expertinnen und Experten in seinem Team hoffen. Der „Digital Campus“, der bis vor kurzem noch im nahegelegenen „House of Logistics und Mobility“ untergebracht war, ist mit der neuen, breiteren Aufstellung des Digital-Bereichs zu klein geworden. „Wir sind näher an die Konzernzentrale herangerückt und haben im Nachbargebäude unser neues Zuhause gefunden“, erzählt Manthey. Das moderne Büroareal sei zwar kein Universitätsgelände, gelernt, entwickelt und Neues erschaffen, werde hier aber dennoch, verspricht er.

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