2020-03-31

Lithium-Ionen-Antrieb für die Lebensmittelbranche

Verschiedene Temperaturzonen, saisonale Spitzen, besondere Hygiene-Anforderungen: Die Lebensmittelbranche hat besondere Spielregeln – und stellt ihre eigenen Herausforderungen an die Intralogistik. Die Marken der KION Group bieten hier Konzepte, die Probleme nachhaltig lösen: mit der Kraft der Lithium-Ionen-Technologie.

Minus 18 Grad Celsius: Was nach einem milden Sommertag in der Arktis klingt, markiert die Höchsttemperatur im Tiefkühllager von MD S.p.A. in Gricignano di Aversa, Italien. Hier im Distributionszentrum am Hauptsitz des Lebensmittelgroßhändlers wurden vier STILL Schubmaststapler mit Li-Ion-Antrieb auf eine harte Probe gestellt. Der Test war der erste seiner Art in Italien und besonders aufschlussreich – denn der Einsatz bei sehr niedrigen Temperaturen ist für viele Fahrzeuge eine Herausforderung. So standen vor allem die Fahrzeugleistung und die Dichtungen der Batterien auf dem Prüfstand. Mit gutem Ergebnis: Während der 180 Einsatztage lieferten die für den Betrieb zwischen +60° und -35° zugelassenen Batterien trotz frostiger Temperaturen und intensiver Nutzung eine durchgehend erstklassige Leistung.

„Die hervorragenden Ergebnisse der Tests mit den Li-Ion-Fahrzeugen von STILL haben uns überzeugt, auf diese Technologie umzusteigen", erklärt Stefano Paolone, Logistics Director bei MD S.p.A. Doch auch die weiteren Vorteile machten die Entscheidung leicht: Wenn im Sommer die Nachfrage nach frischen und gefrorenen Lebensmitteln steigt, sind die Fahrzeuge in der Lage, saisonale Spitzen durch eine höhere Verfügbarkeit abzudecken. Denn anders als konventionelle Blei-Säure-Batterien können Lithium-Ionen-Batterien in der Pause oder beim Schichtwechsel einfach und unkompliziert zwischengeladen werden. So kann ein Fahrzeug auch im Dreischichtbetrieb ohne einen Batteriewechsel eingesetzt werden – und spart auf diese Weise Zeit und Geld.

Nachhaltigkeit ist einer der Grundwerte des italienischen Kunden

„Die Lithium-Ionen-Technologie ermöglicht, eine herausragende Leistung bei jeglicher Anwendung mit einer hohen Effizienz zu kombinieren“, lautet das Resümee von Stefano Paolone. „Hinzu kommt, dass die Fahrzeuge mit Li-Ion-Batterien keine Emissionen verursachen, was für MD sehr wichtig ist.“ Dass Nachhaltigkeit einer der Grundwerte von MD ist, wird in Gricignano di Aversa auch außerhalb des Gebäudes sichtbar: So ist das Dach des Distributionszentrums mit einer modernen Photovoltaikanlage aus 9.720 Solarmodulen ausgestattet, die für eine klimafreundliche Energieversorgung sorgen. Um konsequent den nächsten Schritt in Richtung Nachhaltigkeit zu gehen, wurde die rund 2.200 starke STILL-Flotte von MD nun um 115 neue Niederhubwagen mit Li-Ion-Antrieb erweitert. Sie werden in den zahlreichen Filialen der Gruppe zum Einsatz kommen, wo in Zukunft nur noch Fahrzeuge mit Lithium-Ionen-Batterien unterwegs sein sollen.

Einstieg in den Umstieg

Der Wechsel weg von der Blei-Säure-Batterie und hin zu modernen Lithium-Ionen-Akkus wurde auch beim Getränkehersteller Veltins in Grevenstein, Deutschland, erfolgreich vollzogen. Der Plan für den Umstieg auf die alternative Antriebsvariante wurde bereits vor rund zwei Jahren beschlossen – gemeinsam mit dem langjährigen Partner Linde Material Handling. „Damals hatten wir in unserer Abfüllung für Transportjobs drei Stapler Linde E14 mit konventionellen Blei-Säure-Batterien laufen“, berichtet Logistikleiter Benedikt Flügge. „Die taten zwar verlässlich ihren Dienst, aber die täglichen Batteriewechsel und die Pflege der Batterien waren für uns mit einigem Aufwand verbunden.“ Die Lithium-Ionen-Technik bot sich hier als sinnvolle Alternative an. Um den Wechsel einzuleiten, wurden kurzerhand zwei 1,4-Tonnen-Stapler in Betrieb genommen und über einen längeren Zeitraum intensiv getestet. Nach den positiven Erfahrungen im Bereich Abfüllung hielten die Lithium-Ionen-Stapler nun auch Einzug in die Leergutbearbeitung und die Vorkommissionierung. Eine Veränderung mit spürbar positiven Folgen: Denn während hier früher insgesamt drei Elektrostapler mit Blei-Säure-Batterien im Einsatz waren, können die gleichen Aufgaben heute mit zwei Li-Ion-betriebenen Linde-Roadstern erledigt werden – dank ihrer höheren Verfügbarkeit.

Alltagstaugliche Lösungen für härteste Anforderungen

Die Verfügbarkeit wurde auch dadurch gesteigert, dass die Ladestationen strategisch gut positioniert sind: Eine befindet sich beispielsweise auf dem Weg zum Pausenraum, damit die Mitarbeiter ihre Stapler zwischenladen können, während sie einen Kaffee trinken. „Anfangs gab es eine gewisse Skepsis bei unseren Leuten“, erinnert sich der Veltins-Logistiker. Doch schon nach wenigen Wochen waren die neuen Prozesse zur täglichen Routine geworden. „Die Mitarbeiter haben das Zwischenladen der Batterien zum festen Bestandteil ihrer Arbeitsabläufe gemacht.“

Noch einmal andere Anforderungen herrschen auf dem Hof des Sortierzentrums, wo im Vier-Schicht-Betrieb große Mengen an Ware verladen werden. „Von 24 Stunden sind die Stapler 23 Stunden auf Tour – da geht’s richtig zur Sache“, betont Flügge. Kein Problem für den dort eingesetzten 3,5-Tonnen Elektrostapler mit Lithium-Ionen-Batterie. Gegenwärtig wird erprobt, ob sich auch das Be- und Entladen der Speditions-Lkw mit Leer- und Vollgut per Elektrostapler erledigen lässt. „Für uns war es ein logischer Schritt, die neue Batterietechnik auch für die 8-Tonnen Stapler zu testen“, sagt Flügge. Und bislang sieht es für den E80 Li-Ion sehr gut aus: „Anzug, Heben, Geschwindigkeit – Performance und Verfügbarkeit des Geräts stimmen. Eine Achtstundenschicht mit Be- und Entladen der Lkw ist kein Problem.“

Der Weg für einen flächendeckenden Umstieg auf die Lithium-Ionen-Technik ist also geebnet – und das nicht nur bei MD S.p.A oder Veltins. Die Marken der KION Group stehen für ihre Kunden bereit: mit leistungsfähigen Produkten, die den Weg in eine spannende Zukunft weisen.

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