2021-02-18

Einsatz unter Extrembelastungen

Weltweit sind mehr als 1,5 Millionen Gabelstapler der KION Marken im Einsatz – in unterschiedlichsten Industrien, die alle individuelle Anforderungen an Flurförderzeuge stellen. Eine der spürbarsten Herausforderungen sind die diversen Temperaturzonen, die in verschiedenen Produktions- und Lagerumgebungen herrschen. Ob an glühend heißen Industrie-Schmelzöfen oder bei extremen Minusgraden in Kühlhäusern für Lebensmittel: Für die Stapler der KION Marken herrscht auch in extremen Umgebungen die richtige Betriebstemperatur.

Glas gehört zu den ältesten Werkstoffen der Menschheit. Schon um 3000 v. Chr. wurde es in Mesopotamien und Ägypten hergestellt. Neben Sand, Asche und Kreide gibt es eine unverzichtbare Grundzutat: glühende Hitze. Es braucht Temperaturen zwischen 1.000 und 1.600 Grad Celsius, um die Grundbestandteile in das vielseitige und formbare Material zu verwandeln. Während im Altertum hauptsächlich Gefäße hergestellt wurden, gibt es heute hochspezialisierte Anwendungsfelder für Glas. Eines davon sind Teleskopspiegel in wortwörtlich astronomischen Ausmaßen, die von der Schott AG hergestellt werden.

Starke Unterstützung für den Blick in die Sterne

Im Mainzer Kompetenzzentrum für Glaskeramik sind zwei Elektrostapler der KION Tochtermarke STILL im Einsatz, um bei einem außergewöhnlichen Projekt zu helfen: Denn hier werden die Spiegel-Segmente für das ELT (Extremely Large Teleskop) der Europäischen Südsternwarte ESO hergestellt, das 2024 in der chilenischen Atacama-Wüste in Betrieb gehen soll. Mit einem Durchmesser von 39 Metern soll es das größte jemals gebaute Teleskop sein – und damit einen tieferen Blick ins All ermöglichen als je zuvor.

Hierzu werden bei Schott in Mainz rund 800 Spiegelelemente hergestellt. Das Handling der teilweise über vier Meter breiten Gießformen mit dem schmelzflüssigen Glas erfordert äußerste Präzision. Hier überzeugen die Elektrostapler RX 60-80 von STILL durch ihre feinfühlige Hydrauliksteuerung. Die seitlich versetzte Kabine mit dem erhöhten Fahrersitz gewährleistet einen freien Blick auf die Gießteile und trägt zu mehr Arbeitssicherheit und weniger Beschädigungen bei. Störungsfreie Prozesse haben bei dem aufwendigen Projekt höchste Priorität: Denn um aus dem Rohglas eine Glaskeramik mit den geforderten Eigenschaften herzustellen, muss es mehrfach erhitzt und keramisiert werden – ein Prozess, der pro Glas knapp vier Monate dauert. Ständig sind die Stapler im Einsatz, um die Spiegelelemente durch die verschiedenen Prozessstufen am Schmelzofen zu manövrieren. In Spitzenzeiten wird dann pro Tag eine der kostbaren Rundscheiben fertig.

Mächtige Eisen im Feuer

Ein weiteres anschauliches Beispiel, das zeigt, wie heiß es in der Intralogistik hergehen kann, liefert Bohemia Rings im tschechischen Zámrsk. Hier unterstützt eine Flotte von Gabelstaplern des KION Tochterunternehmens Linde Material Handling bei der Produktion. Dabei entstehen pro Jahr rund 20.000 Metallringe mit einem Durchmesser von bis zu vier Metern, die in Windkraftanlagen, Generatoren, Baumaschinen oder Computertomographen eingesetzt werden. Um die Ringe herzustellen, sind zahlreiche Bearbeitungsschritte erforderlich. Im Werk laufen fünf Industrieöfen auf bis zu 1.250 Grad Celsius, um die Metallrohlinge für die weiteren Prozesse vorzubereiten. Vor allem das Handling der noch glühend heißen Vorstufen ist extrem anspruchsvoll. Sobald die bis zu sieben Tonnen schweren Eisenzylinder heiß genug sind, bringt sie ein Stapler für die weitere Bearbeitung zu einer riesigen Presse. So sind die Stapler mit der glühend heißen Fracht im Dauereinsatz – und dank spezieller Schutzvorrichtungen für Reifen, Hydraulikschläuche oder Rückspiegel bestens gewappnet gegen die Hitze.

Extreme Bedingungen herrschen auch im Produktionswerk von Fondium, einem führenden Unternehmen für Fahrzeugkomponenten aus Gusseisen. Wer in der höllisch heißen Umgebung der Schmelzöfen arbeitet, muss hart im Nehmen sein – auch die Maschinen. Auf dem ganzen Gelände ist es extrem staubig, unebene Böden erschweren das Rangieren. Um unter diesen Bedingungen das hohe Fertigungsvolumen von rund 180.000 Tonnen pro Jahr zu meistern, sind hier knapp 50 Fahrzeuge von STILL im Einsatz. Für die schweren Transporte in der Schmelzerei wurden an fünf Dieselstaplern zahlreiche Umbauten vorgenommen: von hitzebeständigen Front- und Seitenscheiben über metallische Schutzschilde für Reifen, Scheinwerfer und Neigezylinder. So sind die Technik und die Fahrer auch unter diesen extremen Bedingungen optimal geschützt.

Dauereinsatz im hohen Norden

Komplett gegensätzliche Temperaturen herrschen im nordschwedischen Älandsbro – hier, nahe des Polarkreises, klettert das Thermometer den ganzen Winter nur selten über die Nullgrenze. Inmitten der majestätischen, schneebedeckten Wälder liegen die Produktionsanlagen von Norrlands trä, einem Hersteller von nachhaltigen Dach- und Wandkomponenten aus Holz. Die hier eingesetzten Stapler von Linde Material Handling sind in der Eiseskälte rund ums Jahr von sechs Uhr morgens bis halb zwei Uhr in der Nacht im Einsatz, um die meterlangen Holzteile zu verladen – und zeigen sich dabei trotz widriger Bedingungen genauso robust und langlebig wie die Produkte des schwedischen Traditionsunternehmens.

Sogar noch ein paar Grad kälter ist es im rund 1.000 Kilometer weiter nördlich gelegenen Andenes in Norwegen. In der Fischerei Andenes Fiskemottak stehen sieben STILL-Stapler bereit, um tonnenweise Klippfisch, Kabeljau und Schellfisch direkt von den Kuttern zu verladen, die im Stundentakt den Hafen erreichen. Die Stapler nehmen die wertvolle Fracht entgegen und manövrieren sie über den vereisten und spiegelglatten Kai in die Halle zur Weiterverarbeitung. Dabei müssen sie dem ständigen Temperaturwechsel zwischen den moderaten Temperaturen drinnen und der eisigen Kälte draußen standhalten. Aus diesem Grund sind bei den hier eingesetzten Staplern alle Plastikabdeckungen, die in der Kälte schneller brechen könnten, durch Edelstahl ersetzt worden. Doch auch das allgegenwärtige Salzwasser birgt seine Tücken: Um der Korrosion entgegenzuwirken wird besonders rostbeständiger Lack verwendet. Zudem sind alle Fugen mit Silikon abgedichtet und Silikonmatten schützen die Mechanik an den Masten, damit die Stapler auch unter den besonderen Bedingungen am Andfjord nie zum Stillstand kommen.

Zuverlässige Leistung im Tiefkühllager

Damit die Fische aus dem Europäischen Nordmeer in der ganzen Welt frisch auf den Tisch kommen, setzen die Fischhandelsunternehmen auf spezialisierte Distributionsprozesse und vor allem auf tiefgekühlte Lagerumgebungen – vergleichsweise kostenintensiver Raum, bei dem man jeden Quadratmeter optimal nutzen muss. Dies gilt auch bei Schmidt Zeevis im niederländischen Rotterdam. In ihrem Tiefkühllager finden auf fünf Lagerebenen mit 800 Plattenstellplätzen 133 unterschiedliche Fischarten Platz. Für das Handling der frischen Waren in den schmalen Gassen hat sich Schmidt Zeevis für einen Schmalgangstapler des Typs MX-X von STILL entschieden, der mit voll isolierter TK-Kabine für Tiefkühllager bis minus 30 Grad Celsius ausgestattet ist. Der Stapler kann Regalebenen bis zu einer Höhe von 18 Metern schwankungsfrei erreichen und manövriert zuverlässig auf engstem Raum. So schafft er mit präzisen Ein- und Auslagervorgängen beste Voraussetzungen für die garantierte Einhaltung der Kühlketten und die zuverlässige Belieferung der Kundschaft.

Heiß auf Eis: Hochleistung bei Bedarfsspitzen

Arktische Bedingungen findet man auch im Tiefkühllager der Gusto AG aus Hohenpolding bei München. Der Großhändler für Bäckerei- und Konditoreirohstoffe verfügt über ein zusätzliches Segment, das bei der Lagerung besondere Ansprüche stellt: nämlich Speiseeisspezialitäten in unzähligen köstlichen Sorten. In den Sommermonaten kommt es hier zu Bedarfsspitzen, was natürlich auch im Tiefkühllager für regen Betrieb sorgt. Der Zweischichtbetrieb erfordert eine hohe Verfügbarkeit der Flurförderzeuge und Lagertechnikgeräte. Aus diesem Grund sind die zwei Schubmaststapler, sieben Kommissionierer und zahlreichen Niederhubwagen von Linde Material Handling, die hier zum Einsatz kommen, mit Lithium-Ionen-Batterien ausgestattet. Diese kommen nicht nur bestens mit den extremen Temperaturen im Tiefkühlbereich zurecht, sondern ermöglichen auch ein schnelles und effizientes Zwischenladen – zum Beispiel während der Pausenzeiten der Fahrer. So läuft auch im sommerlichen Hochbetrieb bei der Gusto AG alles glatt – und der Eisnachschub ist dank zuverlässiger Intralogistik immer gesichert.

Ob erfrischend kaltes Erdbeereis, fangfrischer Fisch, schmelzflüssiges Glas oder glühend heißes Metall: Die Stapler von STILL und Linde Material Handling beweisen für jede Aufgabe die erforderliche Präzision, halten auch schwierigsten Bedingungen stand – und nehmen jede neue Herausforderung gern an.

KION Group erzielt besten Auftragseingang in ihrer Unternehmensgeschichte

Kapazitätsgrenzen mit Teamwork überwinden