KION stellt die Weichen für profitables Wachstum im digitalen Zeitalter

2018-10-10 – Im Zeitalter der Information ist der technische Fortschritt längst auf der Überholspur unterwegs. Immer leistungsstärkere Prozessoren, immer größere Datenspeicher, immer komplexere Algorithmen, immer mehr Konnektivität: All das kann man leicht als bedrohlich empfinden – oder als Herausforderung, die große Chancen für eine erfolgreiche Zukunft eröffnet.

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„Unsere Kunden ins digitale Zeitalter begleiten – Ideen gibt es genug.“

Patrick Tomczak, Head of KION Digital Campus




Ein heller Flur, eine gläserne Tür, darauf ein von freier Hand illustriertes Logo in leuchtendem Rot: KION Digital Campus. Mit Schwung öffnet Patrick Tomczak, Leiter der neuen Unit, die Tür. Im Raum dahinter gibt es keine Schreibtische, keine abgeschotteten Büros, keine Grenzen. Dafür Start-up-Atmosphäre, viel Agilität, Raum für konstruktive Diskussionen – und jede Menge Post-its.

Der KION Digital Campus soll Digitalisierungsprojekte des Konzerns vorantreiben. Abseits des Alltagsgeschäfts ist in der Nähe des Frankfurter KION Headquarters ein inspirierender Mikrokosmos entstanden, um Dinge neu zu denken. Teams kommen mit einer Vision und arbeiten für einige Zeit direkt im Campus mit an der Lösung – in Co-Creation mit dem festen Campus-Team, das im Wesentlichen aus Agile Coaches und Designern besteht. Die Arbeitsmethoden sind für die meisten Mitarbeiter eher ungewöhnlich – Design-Thinking, agiles Arbeiten, Sprints. Doch so unkonventionell die Methoden, so greifbar sind die Ergebnisse. „Spätestens nach einer Woche muss es einen Prototyp geben“, so Patrick Tomczak. „Auf dem Papier sieht vieles logisch aus. Erst bei einem Prototyp erkennt man die Schwachstellen des Konzepts…“ Das ist Teil der „Fail fast“ Mentalität, die im Campus gelebt wird.

Mit dieser Herangehensweise hat beispielsweise ein Team aus dem Service-Bereich von Linde Material Handling gemeinsam mit dem KION Digital Campus Produkte wie den Intelligent Service Report – ein Add-on zu einer bestehenden Applikation – weiterentwickelt. Sie vereinfacht die Arbeitsschritte der Service-Techniker vom Auftragseingang bis zur Unterschrift des Kunden, inklusive Anbindung an den Ersatzteilkatalog via Sprachassistenz. Weitere Projekte sind bereits in der Pipeline.


Von der Vision zur Wirklichkeit

Der Digital Campus ist nur eine von mehreren Säulen, mit denen die KION Group an der erfolgreichen Zukunft im digitalen Zeitalter arbeitet. Er soll einen Beitrag zur Erreichung der übergeordneten Konzernstrategie KION 2027 leisten, in dem das Thema Digitalisierung eine zentrale Rolle spielt. Um diesen Fokus zu unterstreichen, hat die KION Group auch einen eigenen Vorstandsposten geschaffen, den Chief Digital Officer (CDO). Für die nächsten fünf Jahre übernimmt Susanna Schneeberger diese wichtige Position und wird dem Thema zusätzliches Gewicht verleihen.

Im Unternehmen selbst hat die digitale Transformation längst begonnen. Das wird unter anderem im KION Werk im tschechischen Stříbro deutlich: Auf einer Fläche von 24.000 Quadratmetern wurden Produktionsprozesse automatisiert und online vernetzt. Das sogenannte Manufacturing Execution System führt die Mitarbeiter bei Mast- und Kabinenmontage durch ihre Arbeit. Sie geben direkte Rückmeldungen zu Qualitätsmerkmalen, sodass bei etwaigen Abweichungen sofort reagiert werden kann. Gleichzeitig ist stets transparent, wo welches Produkt im Fertigungsprozess steht – alles wesentliche Elemente einer Smart Factory, der Fertigung der Zukunft, die bei KION schon heute zur gängigen Praxis gehört. So konnte digitale Technik erheblich zur Optimierung interner Abläufe und einer deutlichen Kostenreduktion beitragen.


Digitale Helfer im Einsatz

Auch für ihre Kunden schafft die KION Group bereits heute einen breitgefächerten Mehrwert durch eine Vielzahl digitaler Lösungen. Nur eines der zahlreichen Beispiele: das digitale Flottenmanagement. Vorausschauende Diagnosen und präventive Reparaturen sowie Instandhaltungen von Flurförderzeugen reduzieren Ausfälle und optimieren Einsatzzeiten. Durch die bessere Auslastung kommt es zu einem effizienteren Warenumschlag – und der Kunde kann mehr Umsatz generieren.

Das Spektrum der digitalen Lösungen, die KION und seine Marken für ihre Kunden entwickeln, ist breit: vom vollautomatisierten Warenlager und autonomen Fahrzeugen, die fahrerlos im Lager tätig sind, bis hin zu digitalen Helfern wie Fahrassistenzsystemen, die nur zur Unterstützung der Mitarbeiter vor Ort dienen. Ein eindrucksvolles Beispiel, wie Mensch und Maschine perfekt zusammenarbeiten können, ist der Horizontalkommissionierer iGo neo von STILL. Er übernimmt körperlich anstrengende Arbeiten und beschleunigt dadurch logistische Vorgänge. Souverän folgt er seinem Anwender durchs Lager und bringt sich von selbst immer wieder in die beste Position. Dies steigert die Effizienz beim Kommissionieren um bis zu 30 Prozent. Zum Vergleich: Der übliche Produktivitätsfortschritt bei einer konventionellen Lageroptimierung liegt bei 1,5 bis 2 Prozent.


Bereit für zukünftige Herausforderungen

Die Digitalisierung wird die Welt – vor allem die Welt der Industrie und Wirtschaft – weiter stark verändern. „Für die KION Group als Intralogistik-Spezialist sind diese Marktentwicklungen Herausforderung und Chance zugleich“, fasst Prof. Dr. Eike Böhm, Technik-Vorstand der KION Group, den Paradigmenwechsel zusammen. Um mit der Komplexität und Dynamik immer schneller werdender Warenbewegungen Stand zu halten, seien flexible und hochautomatisierte Logistik- und Intralogistiklösungen gefragt. „Es ist an uns, diese zu entwickeln und unsere Kunden optimal und maßgeschneidert zu unterstützen – im Handel ebenso wie in der Industrie, im Lager ebenso wie im Werk.“