Ein Rückblick

Geschichte des Staplers in 10 Bildern

Die KION Group feierte 2016 ihr 10-jähriges Bestehen. Grund für uns, zurückzuschauen. Nicht nur auf die vergangenen zehn Jahre. Sondern auf die Entwicklung des Gabelstaplers und der Intralogistik.

2016-12-20

Drucken

Wussten Sie, wie die Europalette die Arbeit im Lager revolutioniert hat, seit wann der Stapler vorne freie Sicht hat oder was ein „Wagen mit Hebebühne“ ist? Wir zeigen Ihnen die Geschichte des Staplers in zehn Bildern.

1. Vor dem Stapler (Jahrhundertwende)

Sackkarre und Flaschenzug. Güter, Materialien und Waren mussten in Lagerhallen und Fabriken immer mit Muskelkraft bewegt werden. In den zwanziger Jahren kommen die ersten Wagen auf, bei denen man Güter auf eine Plattform legen kann. Das Konzept setzt sich schnell durch. Als erster Stapler gilt ein Wagen mit einer Plattform vorne, der 1917 entwickelt wurde. Mit heutigen Staplern hat diese Entwicklung wenig gemeinsam, es fehlen noch wichtige Bestandteile wie zum Beispiel ein Hubgerüst. Im selben Jahr entwickelte auch die später von Linde übernommene Marke Baker ein Fahrzeug, das über einen Flaschenzug Lasten heben und transportieren konnte.

Bildquelle: hhla.de / hamburger-fotoarchiv.de

2. Der erste Hochhubwagen (20er Jahre)

1926: Der französische Hersteller Fenwick präsentiert einen „Wagen mit Hebebühne“ – den ersten Hochhubwagen. Fenwick bewirbt ihn damit, dass er „zahlreiche Probleme im Materialtransport löst“ und für die Beladung von Lastwagen, Zügen und Lagerregalen geeignet sei. Bis heute ist Fenwick ein Vorreiter in Sachen Lagertechnik, das Werk in Châtellerault ist der größte europäische Standort zur Produktentwicklung für Lagertechnik der KION Group.

3. STILL setzt auf Elektroantrieb (40er Jahre)

1946: STILL entwickelt den Elektrokarren EK 2000, ein elektrisch getriebenes Transportfahrzeug mit zwei Tonnen Tragfähigkeit – und wandelt sich damit zum Hersteller von Flurförderzeugen. Einige Jahre später (1951) entwickelt die italienische Firma OM ihren ersten verbrennungsmotorischen Gabelstapler.

4. Linde entwickelt den hydrostatischen Antrieb (50er Jahre)

Das Hydrocar wird das erste Serienfahrzeug mit einem hydrostatischen Fahrantrieb. Es wird als wendiger Transporter in Industrie und Handel eingesetzt. Einige Jahre später folgt mit dem Hubtrac auch der erste Gabelstapler mit Hydrostatik. Da diese Öldruck nutzt, um die Energie des Antriebsmotors in eine Drehbewegung umzuwandeln, zeichnete sich der Stapler von Anfang an durch ruckfreies Fahren, einfache und präzise Handhabung, geringen Verschleiß und hohe Sicherheit aus. Die Linde Gabelstapler E20 bis E35 mit dem weiterentwickelten und kompakteren hydrostatischem Antrieb waren von 1985 bis 2002 die meistverkauften Stapler Europas.

5. Die Europalette verändert die Logistik (60er Jahre)

Sechziger Jahre: Mehrere europäische Eisenbahnen unterzeichnen einen Vertrag über eine tauschbare Palette, mit dem Namen Europalette. Das europäische Transportwesen wurde auf einen Schlag revolutioniert, Gabelstapler und Europalette entwickelten sich zum perfekten Duo in der Logistikbranche, denn die Europalette ist vierwegig, der Gabelstapler kann sie also unkompliziert von allen vier Seiten aufnehmen. Bei Ladevorgängen benötigen Arbeiter nur noch etwa ein Zehntel der Zeit im Vergleich zu vorher. Erstaunlich: Die Palette ist einer der wenigen Gegenstände unseres Alltags, die heute noch genauso aussehen wie bei ihrer Erfindung vor 50 Jahren.

Bildquelle: photo 5000/fotolia.com

6. Der seitliche Batteriewechsel (70er Jahre)

Eine Batterie zu wechseln, war lange Zeit ein sehr aufwändiges Unterfangen, zum Teil musste man sogar einen Kran zu Hilfe nehmen, um die schweren Batterien auszutauschen, die in Staplern auch als Gegengewicht dienen. STILL präsentierte mit dem Elektrostapler R9 in den Siebzigern ein Fahrzeug, bei dem man die Batteriehaube von der Seite öffnen konnte. Erste Vorgängermodelle gab es sogar schon in den Fünfzigern. Der vereinfachte Wechsel bedeutete auch eine höhere Verfügbarkeit und eine verbesserte Arbeitssicherheit. Der seitliche Batteriewechsel ist bis heute ein Markenzeichen von STILL Fahrzeugen, zum Beispiel auch bei der modernen Generation des RX20 Elektrostaplers.

7. Freie Sicht (70er Jahre)

Manchmal sind es scheinbar kleine Ideen, die für eine Revolution sorgen. So wie das „Freisicht-Hubgerüst“ von STILL. Zuvor hatten Staplerfahrer eine eingeschränkte Sicht, die technische Funktionalität war wichtiger als der Überblick des Fahrers. Mit der Innovation verbesserten sich Sicherheit und Bedienbarkeit von Gabelstaplern entscheidend. Ein Beispiel für die zahlreichen Innovationen, die die Marken der KION Group in den vergangenen Jahrzehnten hervorgebracht haben. Der Linde „Roadster“ verbesserte durch seine besondere Konstruktion ohne A-Säule und mit großzügigem Panoramadach jüngst die freie Sicht sogar nach oben, und ist deshalb zum Beispiel für den Einsatz auf Flughäfen interessant.

8. Innovative Antriebstechnologien (2000er)

Energie aus Wasserstoff: Im Jahr 2000 präsentiert Linde auf der CeMAT erstmals den Prototypen eines Brennstoffzellenstaplers. Drei Jahre später fährt der erste Stapler von STILL mit Brennstoffzelle als Prototyp am Münchener Flughafen. Die Premiummarken der KION Group beweisen den richtigen Blick in die Zukunft. Heute fahren komplette, mit Brennstoffzelle betriebene Flotten durch die Lager. Auch bei anderen Antriebstechnologien waren die Marken der KION Group am Puls der Zeit, wie zum Beispiel beim dieselelektrischen Antrieb (Hybridtechnologie) oder der Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien als moderne Energieträger.

9. Der Stapler wird selbständig (Gegenwart)

Der Gabelstapler lernt kommunizieren und autonom zu fahren: Moderne Stapler sind mit Sensoren und Elektronik ausgestattet, mit Hilfe derer die Fahrzeuge jederzeit Daten senden können, zum Beispiel beim „Linde connect:“-System, das beim gesamten Flottenmanagement hilft. Einige Fahrzeuge lernen sogar selbst fahren. So gibt es mittlerweile Linde Stapler, die eigens ihren Weg finden oder den Kommissionierer iGo neo CX 20 von STILL, der seinem Fahrer selbständig folgt. Mit dem Konzeptfahrzeug cubeXX hat STILL zudem einen Stapler präsentiert, der sich je nach Bedarf in andere Flurförderzeuge verwandeln kann.

10. Zukunft: Intralogistik 4.0

Das Fahrzeug als Teil des großen Ganzen: Angesichts wachsender Warenströme und verstärkter Digitalisierung wird es immer wichtiger, dass Gabelstapler und andere Fahrzeuge, Maschinen und Mitarbeiter sich untereinander vernetzen. Stichwort: Industrie 4.0, oder in diesem Fall genauer: Intralogistik 4.0. Die Marken der KION Group forschen und entwickeln ganze Systemlösungen für automatisierte und vernetzte Warenlager. Marken wie Dematic und Egemin sind darin Vorreiter.