Innovative Produkte allein reichen nicht
Zahlreiche klassische Maschinenbauunternehmen aus der Intralogistik mussten in den vergangenen Jahren buchstäblich lernen, wie man mit Software umgeht – ein wiederkehrendes Thema auf dem Kongress. Hersteller fragen sich: Welche Kompetenzen brauchen wir? Reicht es aus, sich mit Automatisierungstechnik zu beschäftigen, oder sollte man bereits einen weiteren Schritt vorausschauen, in Richtung Themen wie Sensorsysteme, Augmented Reality und Energiespeicher?
Deutlich wird bei vielen der Vorträge allerdings auch: Innovative Produkte allein reichen nicht aus. „Sie müssen auch in das Konzept und die Prozesskette der Kunden passen“, sagt Professor Fottner. So diskutiert die Branche beim VDI-Kongress auch den Umgang mit Innovationen und die Erwartungshaltung der Kunden. Wie lässt sich der Spagat bewältigen, dass Intralogistik-Anwender einerseits modernste Technologie wünschen, die eng getaktete Realität der Lagerhallen andererseits aber wenig Spielraum lässt, um neue Ideen tatsächlich zu testen? „Der Trend der Zukunft muss darin bestehen, von einem stabilen, aber noch nicht optimierten Zustand zu starten“, glaubt Fottner.
Und während viele etablierte Hersteller an Modellen feilen, wie sie Innovation befördern, berichten auf dem Kongress Start-Ups davon, wie sie darum ringen, neue Ideen zu drosseln, um bei der Produktentwicklung schneller und zuverlässiger zu werden. Deutlich wird dabei auch: Junge Innovationsschmieden stehen oft vor der Herausforderung, ihre Ideen tatsächlich in Produkte zu verwandeln, auch deshalb gibt es immer häufiger Kooperationen zwischen neuen und erfahrenen Unternehmen.