Li-Ionen-Batterien

Eine innovative Klasse für sich

Linde und STILL entwickeln markenübergreifend, um Lithium-Ionen-Batterien in Staplern einzusetzen. So schaffen sie eine neue Klasse von Premium-Elektro-Staplern.

2014-09-06

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Mit Videokameras, Mobiltelefonen und Elektrowerkzeugen startete die Erfolgsgeschichte von Lithium-Ionen-Akkus. Mittlerweile sind sie in der Fahrzeugtechnik angekommen und kaum noch wegzudenken. Die Marken der KION Group setzen sie in Gabelstaplern ein.

Batteriewechsel überflüssig – Schnellladen genügt


Die meisten Unternehmen setzen Lithium-Ionen-Akkus ein, weil die Energiedichte gegenüber Blei-Säure-Akkus viermal höher ist. Sie sorgt in der Regel für ein geringeres Gewicht bei gleicher Ladung. Genau das spielt allerdings im Gegengewichtstapler keine entscheidende Rolle. Im Staplerbereich punktet der Lithium-Ionen-Akku mit anderen Merkmalen.

Li-Ionen-Akkus halten länger als Blei-Säure-Akkus. Die eingesetzte elektrische Leistung kann effizienter genutzt werden. Vor allem kann ein Lithium-Ionen-Stapler je nach verwendeter Batterie sehr viel länger mit einer Akkuladung fahren. Eine Vielzahl bislang notwendiger Batteriewechsel entfällt damit. Beispielsweise wird er über Nacht geladen und ist am nächsten Morgen klar für die Tagschichten. Ein Batteriewechsel oder die Überwachung des Ladevorgangs ist nicht notwendig – Plug-In genügt. Die höheren Kosten im Vergleich zum Blei-Säure-Akku rechnen sich daher.


Die Entwicklungsmannschaft der KION Group hat eine Profilanalyse typischer Staplereinsätze erstellt. „Wir sehen für Westeuropa ganz klar bei den härteren Einsatzfällen eine signifikante Ersparnis für den Kunden, die die höhere Investition am Anfang deutlich übertrifft“, sagt Stefan Wenzel, Leiter Entwicklung Elektrik / Elektronik bei Linde MH.

Sicherheit steht an erster Stelle


Die KION Group arbeitet mit einer Entwicklungs-Kooperation der Marken Linde MH und STILL in einem ersten Schritt an Lithium-Ionen-Akku-Modulen für den Einsatz in verschiedenen bereits bestehenden E-Stapler-Modellen. Ein Hauptaugenmerk gilt dabei der Sicherheit beim Einsatz. Es darf weder eine mechanische Verletzung noch eine elektrische Überlastung der Akkus geben, auch nicht bei Unfällen. Außerdem darf eine Fehlfunktion einzelner Zellen nicht zur Zerstörung des kompletten Moduls führen.


Die bereits von Dritten angebotenen Lithium-Ionen-Nachrüst-Akkus akzeptieren Linde MH und STILL deshalb nicht. Sie wollen mechanische und elektronische Schäden komplett ausschließen. Schließlich werden die Akkus in neuen Lithium-Ionen-Staplern mitsamt ihres Batterie-Management-Systems komplett in die Staplerelektronik integriert. Ladeelektronik und Fahrer erhalten damit alle relevanten Daten unmittelbar aus dem Datenübertragungssystem der bordeigenen Elektronik. In weiteren Schritten der Entwicklung sollen aus E-Staplern mit Lithium-Ionen-Akkus echte Lithium-Stapler werden. Die kompakten Akkus sind kleiner – ein entscheidendes Kriterium vor allem in der Lagertechnik. Wendekreis und Breite für den Einsatz in Regallagern sinken, Übersichtlichkeit und Leistung der Premium-Stapler steigen. Letztlich wächst mit den neuen Lithium-Staplern eine Generation von Fahrzeugen heran, die zwischen den heutigen E- und V-Staplern anzusiedeln ist. Durch Investitionen in diese Entwicklung sichern sich die Flurförderzeuge der KION Marken weiterhin den führenden Platz im Segment der Premium-Stapler.