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Wie KION, NavVis und NVIDIA bei industriellen digitalen Zwillingen zusammenarbeiten

Moderne Fabriken und Logistikzentren arbeiten in einem Tempo und einer Komplexität, für die traditionelle Planungswerkzeuge nie ausgelegt waren. Diese Umgebungen verändern sich ständig: Regale werden verschoben, Automatisierungsbereiche erweitert, und Menschen und Fahrzeuge bewegen sich in Layouts, die oft von den neuesten Plänen abweichen – selbst bei guter Dokumentation.

2026-02-11

Daraus ergibt sich eine ganz praktische Herausforderung: Entscheidungen über Automatisierung, Robotik, Flottenkoordination und zukünftige Raumaufteilungen werden oft getroffen, ohne die aktuellen Gegebenheiten vollständig zu kennen. Und wenn Menschen und autonome Systeme im selben Gebäude arbeiten, können veraltete Informationen zu Nacharbeiten, Verzögerungen und Sicherheitsrisiken führen. Um diesem Problem zu begegnen, arbeiten KION, NavVis und NVIDIA zusammen, um einen geschlossenen Arbeitsablauf zu ermöglichen. Jedes Unternehmen leistet einen wesentlichen Beitrag:

NavVis liefert hochpräzise räumliche Daten.

NVIDIA bietet offene Bibliotheken, Modelle und Frameworks sowie eine beschleunigte KI-Infrastruktur.

KION bringt umfassendes operatives Know-How ein und nutzt die Stärken von NavVis und NVIDIA, um eine Darstellung der physischen Welt für Planung, Simulation, Optimierung und Visualisierung zu erstellen.

Foto des gescannten Regals

Reine Punktwolke

Punktwolke mit Farben

NavVis: Hochpräzise Erfassung und eine zuverlässige Datenquelle

NavVis ist ein globaler Anbieter von mobilen Vermessungssystemen und Lösungen für digitale Fabriken. Die Technologie ermöglicht es Firmen, ihre Anlagen schnell und präzise zu dokumentieren – mit der für Robotik, Automatisierung und großflächige Planung erforderlichen Genauigkeit.

Mit den NavVis-Scannern können weitläufige Industrieanlagen millimetergenau erfasst werden. Das System erzeugt dichte Punktwolken, hochauflösende Bilder und exakt ausgerichtete Geometrien, die den aktuellen Zustand der Anlage widerspiegeln. Die Daten werden anschließend in NavVis IVION verarbeitet, das als zentrale Datenquelle für die Ist-Daten im digitalen Zwilling dient. Die Software organisiert Punktwolken, Bilder und Anmerkungen in einer benutzerfreundlichen, browserbasierten Umgebung, in der Ingenieure, Betriebs- und Automatisierungsteams die Daten einsehen und gemeinsam bearbeiten können.

NVIDIA: Offene Bibliotheken und beschleunigte KI-Infrastruktur für Simulation und physikalische KI

NVIDIA Omniverse bietet offene Bibliotheken, Modelle, Frameworks und eine beschleunigte KI-Infrastruktur, um physikalisch basierte digitale Zwillinge und Simulationen zu erstellen. Diese sind die Grundlage für die Entwicklung, das Testen und die Validierung von physikalischer KI und Robotik. Durch die Integration von NVIDIA Isaac Sim, einer Lösung zur Simulation und zum Testen KI-gesteuerter Robotik, und dem NVIDIA Mega Blueprint kann KION den digitalen Zwilling in ein dynamisches virtuelles Lager umwandeln. Diese Umgebung unterstützt drei zentrale Arbeitsabläufe:

• Anlagen- und Lagerplanung: Teams untersuchen Layoutoptionen, Lagerstrategien und Materialflussmuster, ohne den laufenden Betrieb zu stören.

Systemsimulation und -validierung: Automatisierungslogik, Flottenmanagementsysteme und integrierte Abläufe können in einer realistischen Umgebung getestet werden, die auf der tatsächlichen Anlage basiert.

• Robotertraining und Generierung synthetischer Daten: KION nutzt seine auf den NVIDIA Omniverse-Bibliotheken, Isaac Sim und dem Mega-Blueprint basierenden Lösungen, um große Mengen synthetischer Sensordaten zu generieren. Diese Daten dienen dem Training von KI-Modellen für unsere autonomen Gabelstapler und AMRs. Die Modelle werden digital mit seltenen oder komplexen Szenarien konfrontiert, bevor sie in der realen Welt zum Einsatz kommen.

Die Genauigkeit der NavVis-Daten stärkt diese Arbeitsabläufe, während KION‘s operatives Know-How sicherstellt, dass die Simulationen die realen Lagerbedingungen widerspiegeln.

KION: Anwendung physikalischer KI in der realen Intralogistik

KION verfügt über tiefgreifende praktische Kenntnisse darüber, wie sich Waren, Personen und Maschinen in einer Anlage bewegen. Diese Erfahrungen umfassen Materialfluss, Mensch-Maschine-Interaktion und die komplexen Herausforderungen des Betriebs gemischter Maschinenflotten im großen Maßstab.

Die aus den Scans gewonnenen Daten dienen dazu, Projekte zur Automatisierung der Lieferkette präziser zu planen, den Zeitaufwand vor Ort zu reduzieren und die teamübergreifende Zusammenarbeit zu optimieren. KION-Teams werden so ganz konkret bei der Bewertung von Layoutänderungen, der Koordination von AMRs und automatisierten Gabelstaplern sowie beim Verständnis der Auswirkungen von Nachfrageschwankungen oder neuen Arbeitsabläufen auf den Betrieb unterstützt.

Mit einem zuverlässigen digitalen Zwilling treibt KION seine Entwicklungsarbeit im Bereich der physikalischen KI voran – KI-Modelle, die auf den physikalischen Gesetzmäßigkeiten realer Lagerhallen basieren. Flottenverhalten, Automatisierungslogik, Lagerkonzepte und Flussmuster können vorab in einer realistischen und physikalisch präzisen Umgebung getestet werden, was die Implementierungszeit erheblich verkürzt.

Ein geschlossener Arbeitsablauf für die Zukunft der globalen Logistik

NavVis Scanner liefern präzise und aktuelle räumliche Daten, wobei NavVis IVION als maßgebliche Datenquelle dient. KION nutzt das virtuelle Modell, um Abläufe zu analysieren und zu optimieren, und setzt seine auf NVIDIA Omniverse-Bibliotheken basierenden Lösungen ein, um diese Erkenntnisse in Simulationen, Planungen und KI-Training umzusetzen. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen anschließend zurück in die physische Anlage und schließen so den Kreislauf.

Digitale Zwillinge sind keine statischen Darstellungen mehr – sie entwickeln sich zu operativen Umgebungen, in denen Ideen getestet, Risiken minimiert und KI-Systeme für den Einsatz vorbereitet werden können.

So entsteht ein anpassungsfähigerer und widerstandsfähigerer Ansatz für die Intralogistik – einer, der uns hilft, Veränderungen entschlossen anzugehen und neue Lösungen auf einer belastbaren, erprobten Basis zu entwickeln.