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Geburt einer Marke: Wie KION zu KION wurde

In diesem Jahr feiert unser Unternehmen seinen 20. Geburtstag. Wir blicken zurück auf die Anfänge – und sprechen mit einem Kollegen, der schon für KION gearbeitet hat, bevor die Firma überhaupt gegründet wurde. Er verrät: Fast hätte unsere Marke eine andere Farbe bekommen.

2026-02-04

Dennis Lüneburger

Rückblick in die Unternehmensgeschichte: Der Anfang von KION

Startup-Atmosphäre, Aufbruchsstimmung und ein Markenname aus der Sprache der Massai: Wie war das damals, als KION neu gegründet wurde? Wir blicken zurück auf die Anfänge unserer Firma, die schon in ihrer ersten Jahresbilanz Milliardenumsätze schrieb.

Wie lange er schon bei KION arbeitet? René Glock muss überlegen – und stellt erst mal eine Gegenfrage: „Bei KION oder für KION?“ Er ist einer von ganz wenigen Kollegen weltweit, bei denen das einen Unterschied macht.

Denn René, heute Senior Manager Group Communications im Team Channel & Change Management, hat tatsächlich schon für KION gearbeitet, als es die Marke – und das Unternehmen – überhaupt noch nicht gegeben hat. Wie das möglich ist? Ganz einfach: René gehörte im Sommer 2006 zu einem kleinen Team von Leuten, das unsere Marke entwickelt hat. Gemeinsam erarbeitete die Gruppe Vorschläge für den Firmennamen, das Logo, die Farbgebung und die Corporate Identity.

Heute arbeitet René Glock als Senior Manager Group Communications bei KION.

Zweitjob in der Nacht

Angestellt war René damals als Projektmanager fürs Brand Management bei der Linde AG mit Sitz in Wiesbaden, wo er 2001 als Referent für Neue Medien angefangen hatte. Der Konzern übernahm 2006 das britische Industriegas-Unternehmen ‚The BOC Group‘. Finanziert wurde dieser Deal durch den Verkauf der Material-Handling-Sparte der Linde AG an Finanzinvestoren. Das war eben jener Geschäftsbereich, der dann in der KION Group gebündelt und ausgegliedert wurde.

„Es war eine intensive Zeit“, erinnert sich René. Er habe quasi zwei Jobs gleichzeitig zu erledigen gehabt. „Ich habe tagsüber bei der Fusion von Linde und BOC mitgearbeitet – und abends und nachts die Marke KION miterfunden“, sagt René. Ein Arbeitstag habe für ihn damals manchmal um sieben Uhr früh begonnen und erst um 2 Uhr oder 3 Uhr in der Nacht geendet.

Wie im Startup

Am Anfang sei es drunter und drüber gegangen, so René: „Es wusste ja erst mal niemand, zu welcher Firma er gehören würde“. Das habe sich erst nach und geklärt. Manche behielten ihre Arbeitsplätze im alten Hauptsitz der Linde AG in Wiesbaden – und wechselten damit zur KION Group. Andere zogen mit der Linde AG zum neuen Firmensitz nach München um. „Es gab Stichtage, an denen ganzen Abteilungen auszogen“, sagt René. Die leeren Flure hätten gespenstisch gewirkt.

Bis irgendwann alle verbliebenen Kolleginnen und Kollegen in einem Gebäudeteil zusammengezogen wurden. „Ab diesem Moment herrschte plötzlich Aufbruchsstimmung“, erinnert sich René: „Alles war neu, alles war anders. Wir hatten erst mal nur eine einzige Kaffeemaschine. Alle Kolleginnen und Kollegen kannten sich untereinander. Es war eine Atmosphäre wie einem Startup!“

Im Jahr 2006 wurden das alte Hauptquartier der LINDE AG zum HQ der neuen KION Group. Seit 2017 befindet sich das KION HQ in der Nähe des Frankfurter Flughafen.

Drei Namen in der Endauswahl

Ein Startup, das schon im ersten Geschäftsjahr mehr als vier Milliarden Euro Umsatz machte. Denn zu KION gehörten von Beginn an profitable Tochterunternehmen: Linde Material Handling GmbH in Aschaffenburg, STILL GmbH in Hamburg und OM Carrelli Elevatori in Mailand (Italien) – drei Gabelstaplermarken mit jeweils tausenden Mitarbeitern, jahrzehntelanger Tradition und hervorragendem Ruf.

Nur die neue Dachmarke hatte noch keinen Namen. „Bis dahin hatte die Sparte bei der Linde AG intern ‚Werksgruppe Flurförderzeuge‘ geheißen“, so René. Klar, dass das kein geeigneter Name für das neue Unternehmen war. Eine Agentur wurde gebeten, Vorschläge für den neuen Firmennamen zu machen. „In der Endauswahl standen drei Vorschläge“, weiß René, der sich natürlich auch noch an die beiden potenziellen Firmennamen erinnert, die sich am Ende nicht durchgesetzt haben. Verraten möchte er sie allerdings nicht.

KION wurde aus der Sprache der Massai in Ostafrika abgeleitet. "Kiongozi" heißt übersetzt so viel wie "Führung übernehmen".

KION – Führung übernehmen

Durchgesetzt hat sich am Ende KION – ein Wort aus der Sprache der Massai in Ostafrika. „‘Kiongozi‘ heißt übersetzt ‚Führung übernehmen‘“, sagt René. Ob diese Bedeutung bei der Entscheidung den Ausschlag gegeben habe oder ob dem neuen Führungsteam damals einfach der Wortklang gefiel, das weiß er nicht mehr. „Mein erster Gedanke war, dass KION irgendwie asiatisch klingt“, sagt René.

Und das ist für ein Unternehmen, das nach internationalem Erfolg strebt, eine ziemlich gute Kombination: Ein asiatisch klingender Name aus einer afrikanischen Sprache für eine Firma mit Hauptsitz in Europa. Da fehlt in der Aufzählung der Märkte eigentlich nur Amerika, das bei KION – spätestens seit der Übernahme von Dematic 2016 – natürlich auch eine wichtige Rolle spielt.

Und das prägnante KION Red?

Zum Abschluss verrät uns René dann noch ein Geheimnis: Die Unternehmensfarbe von KION hätte statt des prägnanten KION Red eine andere Farbe sein können. In einer Aktenmappe hat er sogar noch ein Farbmuster von damals aufbewahrt. „Ich bin froh, dass man sich damals für die einzigartigere Variante entschieden hat“, sagt er lächelnd und packt die Mappe wieder ein.