Noch überraschender als der Wandel selbst sind die Kräfte, die dahinterstehen: Kapitalorientierte Entscheidungsträger, die sich auf Zahlen und Ergebnisse konzentrieren. „Über die bloße Einhaltung von Vorschriften hinaus ist Nachhaltigkeit zu einem strategischen Unterscheidungsmerkmal geworden, zu einem Weg, das Vertrauen der Kunden zu gewinnen und sich auf dem Markt abzuheben“, sagt Kim Baudry.
Ein wichtiger Wegbereiter für nachhaltigere Abläufe im Lieferkettenmanagement und in der Intralogistik ist die Automatisierung. Diese wird von vier Schlüsselfaktoren vorangetrieben:
• Ressourceneffizienz: Intelligente Automatisierungssysteme verbessern die Raumnutzung und minimieren Verschwendung. Indem sie den Bedarf an überschüssigem Lagerraum, Energie und Materialien reduzieren, senken sie den gesamten Ressourcenverbrauch des Lagerbetriebs.
• Verlustreduzierung: Automatisierte Kommissionier- und Lagersysteme verringern Produktschäden und Schwund – entscheidend in Branchen wie dem Lebensmittelhandel, wo verderbliche Waren wenig Spielraum für Fehler lassen. Weniger Verluste bedeuten weniger Abfall, weniger Retouren und eine direkte Reduzierung unnötiger Produktion und Transportwege.
• Optimierung bestehender Anlagen: Automatisierung ermöglicht die Modernisierung bestehender Anlagen. Die Nachrüstung älterer Standorte erhöht die Lagerdichte, den Durchsatz und die Genauigkeit, ohne den Flächenverbrauch oder den Materialverbrauch zu erhöhen – wodurch die Umweltkosten eines Neubaus vermieden werden.
• Leistung aus dem Bestehenden: Automatisierung erschließt Kapazitäten innerhalb bestehender Flächen. Bei der Nachhaltigkeit geht es in diesem Sinne nicht darum, weniger zu tun – sondern darum, mit denselben Ressourcen mehr Output zu erzielen und so den Bedarf an zusätzlicher Infrastruktur, Energie und Ressourcen zu senken.
In den meisten Fällen wird die Entscheidung für solche Maßnahmen nicht in erster Linie von Nachhaltigkeitsaspekten getrieben, sondern von der Notwendigkeit einer Modernisierung. „Viele Distributionszentren, insbesondere ältere Bestandsanlagen, haben Schwierigkeiten, den Anforderungen des modernen Handels gerecht zu werden“, sagt Kim Baudry und fügt hinzu: „Der Bau komplett neuer Anlagen ist kostspielig und zeitaufwendig. Die Herausforderung ist klar: Wie maximieren wir die Effizienz und Lagerkapazität innerhalb der bestehenden Fläche?“