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Energie- & Lademanagement als Schlüsselaufgabe

Strom war in der Intralogistik lange „einfach da“. Mit der Energiewende verändert sich jetzt die Dynamik: Verfügbarkeit und damit auch die Preise für Energie werden zeitlich variabler. Für Unternehmen eröffnet das neue Möglichkeiten, Prozesse flexibler zu gestalten und Energie gezielt dann zu nutzen, wenn sie besonders effizient oder kostengünstig ist.

2026-05-13

Johanna Werner

Der Linde connect:charger

Ein typischer Schichtbeginn: Fördertechnik und Sortieranlagen fahren hoch, automatisierte Transportsysteme starten ihre Routen – der Energiebedarf steigt innerhalb kürzester Zeit deutlich an. Auch Ladevorgänge von Elektro-Gabelstaplern können sich in bestimmten Zeitfenstern bündeln. Solche Lastspitzen sind planbar und bieten Ansatzpunkte für eine gezielte Steuerung.

Wettbewerbsvorteil Lademanagement

Steuereinheit eines Linde connect:charger

Mit dem wachsenden Anteil von Wind- und Solarenergie verändert sich allerdings die zeitliche Struktur der Energiebereitstellung: Da Stromerzeugung dabei von Wetter und Tageszeit abhängt, schwankt das Angebot stärker im Tagesverlauf. Für Unternehmen eröffnet das die Möglichkeit, Energieverbrauch und Prozesse gezielt auf diese Dynamik abzustimmen und vorhandene Flexibilität wirtschaftlich zu nutzen.

„Energie, aber auch Leistung sind für viele unserer Kunden ein wesentlicher Kostentreiber“, erklärt Matthias Bald, Head of Energy Solutions bei KION ITS EMEA: „umso wichtiger sind Systeme, die den Energieeinsatz in der Intralogistik gezielt optimieren.“ Gerade bei unseren Logistikkunden, ist das Laden von Flurförderzeugen heute einer der größten Energieverbraucher im Lager. „Deshalb reicht es heute nicht mehr aus, am Schichtende einfach alle Fahrzeuge gleichzeitig unkontrolliert laden zu lassen“, sagt Bald: „es braucht ein intelligentes Lademanagement.“

Lösung im Wandel

Was bedeutet das konkret? Ein intelligentes Lademanagement sorgt dafür, dass nicht alle Fahrzeuge gleichzeitig laden. Stattdessen werden die Ladevorgänge priorisiert und zeitlich verteilt, beispielsweise nach Einsatzbedarf, Ladezustand und verfügbarer Anschlussleistung. Systeme erfassen den Energiebedarf im Lager in Echtzeit, berücksichtigen Lastgrenzen und steuern die Ladeprozesse so, dass Lastspitzen vermieden, die Infrastruktur optimal genutzt und Energie bedarfsgerecht sowie wirtschaftlich eingesetzt wird.

Eine wichtige Grundlage dafür ist die Lithium-Ionen-Technologie. Sie arbeitet bis zu 30 Prozent effizienter als klassische Bleisäurebatterien und ermöglicht durch höhere Ladeleistungen deutlich geringere Ladezeiten und damit eine erhöhte Verfügbarkeit der Flotte. Gleichzeitig sind flexiblere Ladeprozesse möglich, zum Beispiel das Zwischenladen während kurzer Pausen. Mit der höheren Leistungsfähigkeit steigt wiederum die Herausforderung. Lademanagementlösungen sind deshalb echte Gamechanger, denn sie ermöglichen:

Dynamische Steuerung der Ladeleistung

Die Ladeleistung wird in Echtzeit an den aktuellen Energiebedarf sowie an die verfügbare Netzkapazität angepasst. Dadurch können Engpässe vermieden und verfügbare Mittel ressourcenschonender genutzt werden.

Vermeidung von Lastspitzen (Peak-Shaving)

Durch eine gezielte Verteilung der Ladevorgänge werden hohe gleichzeitige Leistungsabrufe reduziert. Das senkt nicht nur die Belastung des Stromnetzes, sondern kann auch den Leistungspreis deutlich verringern.

Koordination der Energieflüsse innerhalb der Fahrzeugflotte

Die Energieverteilung wird systematisch gesteuert, sodass Fahrzeuge je nach Priorität und Einsatzplanung geladen werden. Dies stellt sicher, dass priorisierte Fahrzeuge, die in kritischen Prozessen eingesetzt werden, jederzeit verfügbar sind.

KION als Brückenbauer

Vor diesem Hintergrund erweitert KION sein klassisches Maschinenbaugeschäft gezielt um energierelevante Aspekte. Der Anspruch ist es, den klassischen Maschinenbau und elektrische Infrastruktur dort enger zu verzahnen, wo es für den Kunden einen konkreten Mehrwert bietet. Ein vielfältiges Themenfeld, das für einen Maschinenbaukonzern auch Herausforderungen mit sich bringt. Dabei spielen die regionalen Energieexperten eine wichtige Rolle. Sie unterstützen Vertrieb und Kunden lokal in unseren Märkten dabei, die steigende Komplexität rund um das Thema besser zu verstehen, zu bewerten und in konkrete Lösungen umzusetzen.

Das bedeutet: KION betrachtet nicht mehr ausschließlich die Fahrzeuge, Batterien und Ladegeräte selbst, sondern auch deren relevante Infrastruktur. Grundlegend dafür ist die Nutzung von Daten, die Energieflüsse transparent machen und Optimierungen ermöglichen. „Wir fungieren mit unseren Produkten dabei nicht nur als Sensor, der Daten erfasst, sondern auch als Aktor, der aktiv in die Steuerung der Energieflüsse eingreift,“ so Matthias Bald.

Der Weg dorthin erfolgt schrittweise:

1. Monitoring

Transparenz über Energieverbräuche und Ladeprozesse schaffen, indem relevante Daten erfasst, ausgewertet und für Optimierungen nutzbar gemacht werden.

2. Gezielte Steuerung der Ladeleistung

Ladevorgänge aktiv anpassen und optimieren, sodass Energie bedarfsgerecht verteilt und Lastspitzen vermieden werden.

3. Automatisierung

Systeme so integrieren, dass sie mit übergeordneten Energiemanagementlösungen kompatibel sind und Ladeprozesse automatisch gesteuert werden.

Mit unserer Strategie der Kompatibilität wächst KION konsequent hinein in die Aufgabe, auch die Herausforderungen von morgen effizient und nachhaltig zu lösen.

Matthias Bald, Head of Energy Solutions KION ITS EMEA

Energie der Zukunft

„Mit unserer Strategie der Kompatibilität wächst KION konsequent hinein in die Aufgabe, auch die Herausforderungen von morgen effizient und nachhaltig zu lösen“, so Bald. Denn auch wenn die Anforderungen rund um Energie, Elektrifizierung und Automatisierung weiter zunehmen, sind die technologischen Grundlagen für einen Großteil der Anwendungen bereits vorhanden – und können gezielt weiterentwickelt und intelligent miteinander verknüpft werden.

Gleichzeitig nimmt die Komplexität zu: Energiesysteme werden vernetzter, Prozesse automatisierter, Anforderungen dynamischer. Genau darin liegt jedoch der Hebel – wer diese Zusammenhänge versteht und aktiv steuert, kann Effizienzpotenziale gezielt erschließen und seine Systeme robuster und zukunftsfähiger aufstellen.

Bereit für die Zukunft

Mit einem ganzheitlichen Ansatz, der Energie, Fahrzeuge und Prozesse verbindet, schafft KION die Voraussetzungen, Kunden auch in einem zunehmend dynamischen Umfeld wirkungsvoll zu unterstützen. Denn Energie muss in einem Betrieb nicht nur jederzeit verfügbar sein, sondern auch intelligent in die Abläufe eingebunden werden. Darin liegt eine zentrale Chance für die Intralogistik von morgen.

FAQ

Warum verändert sich das Energiesystem?

Das Energiesystem wandelt sich von Kohle, Öl und Gas hin zu sauberen, erneuerbaren Quellen wie Sonne und Wind. Das sorgt für starke Schwankungen in der Verfügbarkeit und im Preis.

Was bedeutet intelligentes Lademanagement im Lagerbetrieb?

Es sorgt dafür, dass Fahrzeuge nicht gleichzeitig laden, sondern Ladevorgänge priorisiert und zeitlich gesteuert werden. So lassen sich Stromkosten sparen.

Bietet KION intelligente Lademanagement-Lösungen an?

Ja, bei unsere KION Marke Linde Material Handling gibt es viele Lösungen, Tools und Beratungsangebote zu den Themen Energie und Lademanagement. Diese können hier (Linde MH) aufgerufen werden.

Gibt es Referenzprojekte zu den Energie- und Lademanagement-Lösungen der KION Marken?

Ja – zahlreiche. Ein Beispiel zeigt, wie Linde Material Handling bei Arvato Energiekosten und Effizienz optimiert.