Alle Stories
2 min

KION und Siemens starten strategische Partnerschaft

Um das volle Potenzial von physischer KI zu erschließen, hat KION eine strategische Partnerschaft mit Siemens geschlossen – einem weltweit führenden Unternehmen im Bereich industrielle KI. Diese Zusammenarbeit, verkündet im Rahmen der Hannover Messe 2026, eröffnet KION einen weiteren starken Hebel, um komplexe Logistikprozesse noch besser planbar und effizienter zu machen. Genau hier setzen KION und Siemens an. Auf Basis unserer bereits engen Zusammenarbeit haben die beiden Unternehmen eine strategische Partnerschaft geschlossen, um die Intralogistik mit Hilfe von künstlicher Intelligenz, Automatisierung und modernster Simulationstechnologie weiter voranzubringen.

2026-04-21

Johanna Werner

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht eine gemeinsame Vision: das intelligente Warenlager, in dem reale Abläufe und digitale Welt nahtlos ineinandergreifen. Kameras und Sensoren erfassen kontinuierlich Daten aus dem laufenden Betrieb. Künstliche Intelligenz analysiert diese Informationen und erstellt daraus digitale Zwillinge – virtuelle Abbilder von Maschinen, Anlagen oder sogar ganzen Logistikzentren. In dieser digitalen Umgebung lassen sich Prozesse simulieren, testen und optimieren – oft lange bevor eine Veränderung im realen Lager umgesetzt wird.

Ein wichtiger Meilenstein: KION wird als erstes Unternehmen in Europa die neue Siemens-Software Digital Twin Composer einsetzen. Die Lösung ermöglicht es, komplexe Logistikprozesse parallel und in Echtzeit zu simulieren. In der Praxis bedeutet das: KION kann verschiedene Lagerlayouts oder Prozessänderungen virtuell testen und sofort sehen, wie sich diese auf Leistung und Durchsatz auswirken. Entscheidungen lassen sich dadurch schneller, auf Basis fundierter Daten und mit größerer Sicherheit treffen.

Auch Siemens sieht in der Zusammenarbeit einen wichtigen Schritt für die Industrie. „Lieferketten müssen heute nicht nur effizient, sondern vor allem widerstandsfähig sein“, sagt Cedrik Neike, Mitglied des Vorstands der Siemens AG und CEO von Siemens Digital Industries. „Gemeinsam mit KION nutzen wir einen umfassenden digitalen Zwilling und industrielle KI, um das Warenlager von einem physischen Knotenpunkt zu einem digitalen Nervenzentrum der Lieferkette zu entwickeln – und so die Grundlage für mehr Resilienz und Flexibilität zu schaffen.“

Die Partnerschaft zwischen KION und Siemens baut auf einer bestehenden engen Zusammenarbeit auf. Für das Product Lifecycle Management nutzt KION heute schon verschiedene Siemens-Lösungen. Mit dem neuen Digital Twin Composer schafft KION nun eine noch leistungsfähigere Umgebung: Intralogistiklösungen lassen sich über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg steuern – von der Planung und Umsetzung bis hin zum laufenden Betrieb und zur kontinuierlichen Optimierung.

“As The Supply Chain Solutions Company, KION orchestrates end-to-end solutions for its customers within warehouses and factories, and eventually across the entire supply chain. With Siemens as a strategic partner, KION is strengthening its ability to combine the digital and physical worlds at scale. This takes our digital twin-based solutions to a new level.”
- Rob Smith, CEO KION

Im Rahmen der Partnerschaft haben KION und Siemens außerdem vereinbart, ausgewählte Industriedaten auszutauschen. KION bringt dafür anonymisierte Testdaten sowie umfangreiche Erfahrung aus realen Lagerumgebungen ein. Diese Daten tragen dazu bei, ein sogenanntes “Industrial Foundation Model” zu entwickeln, das die Vorteile industrieller KI über verschiedene Prozesse und Anwendungsbereiche hinweg skalieren soll.

Man kann sich dieses Modell wie eine KI speziell für Ingenieurinnen und Ingenieure vorstellen. Während klassische KI-Modelle besonders gut mit Texten oder Bildern arbeiten, stoßen sie bei komplexen technischen Daten schnell an ihre Grenzen. Das Industrial Foundation Model von Siemens ist dagegen darauf ausgelegt, die „Sprache“ von industrieller Fertigung zu verstehen.

Gemeinsam nutzen KION und Siemens diese Intelligenz für generatives Produktdesign. Aktuell trainieren wir das KI-Modell mit historischen Testdaten und Simulationen, um die nächste Generation von Komponenten zu entwickeln – beispielsweise einen Gabelträger. Die KI analysiert dabei Datensätze von mehreren Jahren und schlägt optimierte, besonders langlebige und effiziente Designs vor. So können Entwicklungszyklen deutlich beschleunigt werden.

Die Partnerschaft zeigt, was möglich ist, wenn technologische Innovation auf industrielle Erfahrung trifft. Gemeinsam arbeiten KION und Siemens daran, die Lieferketten der Zukunft nicht nur effizienter, sondern auch intelligenter und widerstandsfähiger zu machen.