Alle Stories
4 min

Von China in die ganze Welt

Jinan Laiwu ist der fünfte und größte Produktionsstandort der KION Group in China. Seit Ende 2021 werden in dem neuen Werk auf einer Fläche von ca. 223.000 m2 – das entspricht der Größe von etwa 31 Fußballfeldern, Industriestapler der KION Tochterunternehmen Linde MH, Baoli und STILL produziert. Dadurch sollen in Laiwu mittelfristig mehr als eintausend neue Arbeitsplätze entstehen. Wren Zhu, der Geschäftsführer des Werks KION Laiwu, erläutert uns den Bauprozess des Werks, seine Bedeutung für das Produktportfolio der KION Group und wie er diese komplett neue Organisation begleitet hat.

2024-01-11

„Das ist das neue Wahrzeichen von Laiwu!“, sagt der Taxifahrer auf dem Weg zum KION-Werk und deutet auf einen hoch aufragenden runden Turm, als wir noch hunderte Meter vom Werk entfernt sind. Im 24 m hohen gläsernen Ausstellungsgebäude werden rote, blaue und orangefarbene Flurförderzeug gezeigt - die Produkte der KION Töchter Linde MH, Baoli und STILL.

Die Gabelstapler, die in dem Turm präsentiert werden, sind alle in dem Mehrmarkenwerk KION Laiwu hergestellt worden, das sich gleich neben dem Staplerturm befindet. Der Bau des Werks in Laiwu begann im August 2020 mitten auf einer grünen Wiese. Zhu Xudong, seinerzeit für das KION Baoli Werk in Jingjiang verantwortlich, war als Mitglied des Projektteams am Bau des neuen Werks beteiligt. Bereits 16 Monate später, am 16. Dezember 2021, lief der erste Gabelstapler im Werk vom Band. An diesem Tag wurde Wren Zhu auch offiziell zum Geschäftsführer des KION-Werks Laiwu ernannt und übernahm die Leitung des Werks.

Vom Brachland zur modernen Staplerfabrik

„Ursprünglich war das hier eine ländliche Gegend, und es gab keinerlei moderne Industrie- und Fabrikgebäude und auch keinen Anschluss an die städtische Infrastruktur“, erinnert sich Wren Zhu, während er vor dem Werkstor steht und uns die Umgebung zeigt. Heute breiten sich vor dem Auge von Wren Zhu großzügige Werkstraßen, der imposante Staplerturm, hübsche Grünanlagen und moderne Bürogebäude sowie Werkstätten aus. „Die Bauzeit des Werks Jinan fiel zeitlich weitgehend mit der Entwicklung der Corona-Pandemie in China zusammen, was zahlreiche Unsicherheiten und Ausnahmesituationen beim Bau mit sich brachte. So verursachten beispielsweise Faktoren wie die Präventions- und Kontrollmaßnahmen der Pandemie und das „statische Management“ Verzögerungen bei Materiallieferungen, Arbeitsunterbrechungen und Ähnliches“, erklärt Wren Zhu.

Das Projektteam hat es geschafft, immer schnell zu reagieren und so die gewaltigen Herausforderungen zu meistern, sodass die Arbeiten letztlich sogar vorzeitig abgeschlossen werden konnten. Das ist ein außerordentlicher Erfolg für uns!

Wren Zhu

Wren Zhu durchquert das Bürogebäude und gelangt über einen direkt zur Werkstatt führenden Eingang in den Produktionsbereich. Auf dem Weg grüßen ihn zahlreiche KION-Angestellte. Er antwortet mit einem Lächeln und bleibt gelegentlich stehen, um einige Worte mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu wechseln. In der Werkstatt angekommen, fallen sofort fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) und autonome mobile Roboter (AMR) ins Auge, die damit beschäftigt sind, Gabelstaplerteile zu transportieren. Am Schweißarbeitsplatz sprühen die Funken und autonome Roboter führen präzise Handgriffe mit der Schweißpistole aus, um die Gabelstaplerteile zusammenzuschweißen. „Als neu errichtetes Werk setzt Laiwu hinsichtlich des Automatisierungsniveaus und der Digitalisierungsaspekte auf einer hohen Stufe an und es werden zahlreiche neue Technologien und Anlagen eingesetzt, sodass in Bezug auf Fertigungseffizienz und Skaleneffekte ein großes Potenzial erschlossen wird“, erklärt Wren Zhu. Das Layout der gesamten Werkstatt ist nach dem Konzept einer schlanken Produktion geplant und hat die Maximierung der Produktionseffizienz und des -prozesses zum Ziel.

Auf dem globalen Markt aktiv

Warum wurde das Werk in Laiwu gebaut? Wren Zhu führt dafür mehrere Gründe an. Vor allem ist in der Provinz Shandong die Produktionskette der Industrie sehr engmaschig, es herrscht eine gute Verfügbarkeit an Herstellern von Ausrüstung und Baumaschinen, und außerdem ist hier Weichai Power, ein strategischer Kooperationspartner von KION, ansässig. Zudem bietet der Standort eine gute geografische Lage in Hinblick auf Verkehrslogistik und Kundenverteilung.

KION verfügt mit Xiamen, Zhangzhou und Jingjiang bereits über drei Werke für die Fertigung von Flurförderzeugen. Mit dem Bau und der Inbetriebnahme des Werks Laiwu deckt die KION Group den Süden, Norden und Osten Chinas und damit die wirtschaftlich entwickelten Regionen mit hoher Kundendichte ab. Noch wichtiger ist, aber dass das Werk Laiwu für die KION Group einen Meilenstein bei der Umsetzung der Wachstumsstrategie für China darstellt. Die verfolgt ein klares Ziel: die Steigerung von Produktionseffizienz und Wettbewerbsfähigkeit mithilfe des KION Global Counterbalance Staplers als Zugpferd einerseits und die Vorteile einer automatisierten und intelligenten Fertigung andererseits. Die im Werk Laiwu hergestellten KGCB-Produkte auf einen weltweiten Verkauf ausgerichtet und stellen für die KION Group leistungsstarke sowie konkurrenzfähige Produkte für den globalen Markt dar.

Dafür hat KION im Werk Laiwu ein führendes Forschungs- und Entwicklungszentrum eingerichtet. Fast 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter forschen und entwickeln Flurförderzeuge. Mit diesem Zentrum erweitert KION sein Produktportfolio, um Wachstumsmöglichkeiten auf dem globalen Markt zu erschließen und weiter von der ständig fortschreitenden Elektrifizierung von Industriefahrzeugen in China zu profitieren.

Zusammenhalt unter den Mitarbeitern als Schlüssel zu dauerhaftem Erfolg

In den zwei Jahren seit der Inbetriebnahme hat sich das Werk Laiwu bereits weiterentwickelt und vergrößert. Neu aufgebaute funktionale Schlüsselabteilungen sorgen für einen effizienten Betrieb und auch die Produktionsmenge steigt kontinuierlich an. Im Jahr 2022 betrug die Produktionsmenge bereits mehr als 5.000 Fahrzeuge. Für das Jahr 2023 wird es erwartet, dass sie sich fast verdreifacht. Mit den Anforderungen durch die schnell steigende Produktionskapazität erhöht sich auch die Anzahl der Belegschaft und ist von einigen Dutzend seit dem Beginn des Werksbaus auf aktuell rund 780 Personen gewachsen.

Das noch junge Werk erfolgreich aufzustellen, ist ein Kernpunkt der Arbeit von Wren Zhu: „Ich lege sehr viel Wert auf Teamarbeit und setze mich außerdem dafür ein, im Werk Laiwu eine ehrliche, offene, tolerante und vielfältige Unternehmenskultur aufzubauen“, schildert er. Ihm ist aber auch klar, dass echte Gemeinschaft keine Sache ist, die über Nacht wächst, sondern ein langfristiger, dynamischer Prozess ist. Deswegen geht die Führungsebene mit gutem Beispiel voran. Wren Zhu besucht regelmäßig die Produktionslinie, tauscht sich regelmäßig mit den Kolleginnen und Kollegen, um ein positives Miteinander zu erzeugen – auch bei Firmenaktivitäten, Mitarbeiterversammlungen oder aber persönlichen Mittagessen.

„Ich bin fest überzeugt davon, dass wir unsere Geschäftsentwicklung weiter steigen und dass wir uns hier in Laiwu bereits in wenigen Jahren zu einem respektierten Arbeitgeber mit hohem sozialem Verantwortungsbewusstsein und Standard entwickelt haben werden.“