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Eine Hommage an mutige Helden

Viele Unternehmen bekennen sich zu von ihnen entwickelten Werten. Aber wahre Bedeutung gewinnen diese erst durch die Menschen, die sie leben. Dass dies bei der KION Group tatsächlich der Fall ist, beweisen unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen immer wieder: indem sie auch über die Grenzen unserer Standorte hinaus mit Mut, Zusammenarbeit, Integrität und Exzellenz Erstaunliches leisten. In den kommenden Wochen stellen wir hier – passend zur Weihnachtszeit, in der das Miteinander groß geschrieben wird – Menschen aus der weltweiten KION Community vor, deren Geschichten uns beeindruckt haben. Den Anfang machen fünf Mitarbeiter, die in diesem Jahr ganz besonderen Mut gezeigt haben.

2020-11-27

Unsere gemeinsamen KION Group Werte

Mut, Zusammenarbeit, Integrität und Exzellenz: So lauten die vier Werte der KION Group und ihrer Marken STILL, Linde Material Handling, Baoli und Dematic. Bei der Entwicklung dieser gemeinsamen Werte wurden mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit einbezogen. Auf allen Hierarchieebenen und über alle Unternehmenseinheiten sowie Regionen hinweg waren sie Teil der Meinungsbildung. Damit wurde sichergestellt, dass die Werte die gesamte KION Group repräsentieren. Denn nur so kann dieser Wertekanon ein lebendiger Bestandteil der täglichen Arbeit werden und bleiben.

Mut ist für die KION Group von essentieller Bedeutung. Er hilft uns, einer der Vorreiter unserer Branche zu sein – und zu bleiben. Nur mit Mut können wir neue Ideen vorantreiben, Veränderungen gestalten und Innovationen auf den Weg bringen. Und nur mit Mut können wir alle aktiv dazu beitragen, unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen. Für all das braucht es ebensolche Menschen, die immer wieder über sich hinauswachsen – im Alltag genauso wie in Ausnahmesituationen, auf der Arbeit genauso wie im Privatleben. Wir sind stolz, in unserer KION Group Menschen zu vereinen, die sich auch abseits ihres Berufs mit voller Kraft und ganzem Herzen mutig engagieren. Hier stellen wir Ihnen einige unserer Helden vor:

Am 5. Juli dieses Jahres hörte Yan Yonghong bei einem Familienausflug an den Strand plötzlich Hilferufe aus Richtung des Ozeans. Er sah zwei Kinder und eine ältere Dame, die sich allein nicht mehr aus dem Wasser befreien konnten. Ein junges Mädchen und die Frau befanden sich ziemlich weit draußen im Meer, und ein kleiner Junge stand hilflos im Wasser, nahe des Ufers. Unter großer Anstrengung rettete Yan zunächst die beiden Kinder. Bei der Bergung der älteren Dame hatte er mit dem unebenen Untergrund und Schlamm zu kämpfen und stolperte selbst einige Male. „Das Wasser stand mir bis zum Kinn. Ich rutschte ständig aus und es war sehr schwer, sich zu bewegen. Aber ich durfte nicht aufgeben“, so Yan. Zurück am Ufer verabschiedete sich Yan höflich – ohne seinen Namen zu nennen.

Familienangehörige der Geretteten haben später über WeChat, einer chinesischen Social-Media-Plattform, nach ihm gesucht. Schon bald verbreitete sich Yans Heldentat viral über WeChat Moments, und auch die Tageszeitung Xiamen Daily nahm mit ihm Kontakt für ein Interview auf. Stellvertretend für die KION Group überreichte ihm Ching Pong Quek, Chief Asia Pacific & Americas Officer, kurz darauf eine Ehrenurkunde als Anerkennung für seinen selbstlosen Einsatz.

Am Morgen des 3. Juli ereignete sich nahe Poznań, Polen, ein schwerer Unfall. Krzysztof Tarczewski war gerade auf dem Weg zu einem Serviceeinsatz, als plötzlich ein Auto vom gegenüberliegenden Fahrstreifen herüberschnellte und direkt vor seinem Van auf dem Dach liegend zum Stehen kam. Er hielt sofort an, half der verletzten Frau aus dem Fahrzeug, brachte sie sicher an den Fahrbahnrand und rief die Rettungsdienste an. Da zufällig ein ebenfalls hilfsbereiter Feuermann im Ruhestand am Unfallort anhielt, der sich dann um die Frau kümmerte, hatte Krzysztof die Unfallstelle abzusichern und die Fahrzeugteile von der Straße zu räumen. Anschließend klemmte er die Zündung des Fahrzeugs und ein Leck in der Benzinleitung ab, um so das Risiko eines Feuers zu verringern.

Ein Augenzeuge des Geschehens, der Krzysztof in seiner Dienstbekleidung gesehen hatte, schrieb später einen Dankesbrief an die STILL Zentrale in Polen. So erfuhren die Mitarbeitenden von seiner Hilfeleistung. Für ihn war es eine Selbstverständlichkeit, schließlich war er selbst schon einmal in einer ähnlich prekären Situation: „Auf der Autobahn 2 bei Dortmund war ich im Stau in einen Unfall mit einem LKW verwickelt. Damals halfen mir auch andere Verkehrsteilnehmer aus dem Autowrack heraus und retteten mir das Leben. Seitdem weiß ich, dass es in solchen Situationen notwendig ist, anzuhalten und auch nur die kleinste Hilfe zu leisten, denn die Zeit drängt.“

Als Anfang des Jahres hohe Temperaturen und Monate extremer Trockenheit verheerende Buschbrände in Australien zur Folge hatten, kam es sehr auf die Hilfe freiwilliger Helfer an. Einer von ihnen war Hayden Hofland, der bereits seit 17 Jahren in seiner Heimat Hazelbrook nahe Sydney für die „Rural Fire Brigade“ im Einsatz ist. In dieser für viele Australier schweren Zeit hat er großen Mut und echtes Engagement gezeigt. Das Wichtigste an seiner Rolle als freiwilliger Feuerwehrmann ist, wie er selbst sagt, „zu wissen, dass man versucht Menschen zu helfen, die man gar nicht persönlich kennt – einfach etwas Gutes für diese Welt zu tun“. In seiner Laufbahn als Feuerwehrmann hat er schon viele schwierige Einsätze erlebt. Dennoch waren die diesjährigen Buschbrände, die über Wochen hinweg wüteten, eine besondere Herausforderung. Tag für Tag stellte sich sein Team den Gefahren, um Menschen und ihre Häuser zu schützen. Dabei fanden sie sich oftmals plötzlich einer Feuerwand gegenüber und mussten blitzschnell reagieren, da Brände in den trockenen Gebieten aufgrund des Windes sehr schnell ihre Richtung wechseln können.

Hayden selbst findet eher bescheidene Worte für seine Beweggründe: „Der Job muss gemacht werden, also mache ich es.“ Doch in seiner Familie ist er damit nicht allein: Schon sein Vater war 48 Jahre lang Feuerwehrmann. Und Haydens Neffe ist Anwärter bei der Feuerwehr im nahegelegenen Llandilo. Er wird somit die Familientradition in der dritten Generation fortsetzen.

Claudio Langianni begann bereits als Kind mit der Freiwilligenarbeit in einem örtlichen Verein im toskanischen Ort Prato nahe Florenz. Als junger Mann schloss er eine Ausbildung zum Rettungsassistenten und Krankenwagenfahrer ab. Es folgten ehrenamtliche Tätigkeiten im Katastrophenschutz, bei dem er tatkräftig erste Hilfe leistete: Er kümmerte sich um die Aufstellung von Zelten in Gebieten, in denen Naturkatastrophen gewütet hatten und Menschen Hilfe brauchten – zum Beispiel während der Überschwemmung in der Versilia (Region Toskana) 1996 und dem Erdbeben in Nocera Umbra (Region Umbrien) 1997. Doch damit nicht genug: Neben seinem regulären Rettungsdienst im Freiwilligenverband der Pubblica Assistenza „L’Avvenire" Prato organisiert Claudio derzeit die Pandemie-Teams in den Ambulanzen sowie die Drive-in-COVID19-Tests. Die Situation sei im Moment sehr „angespannt", schildert er. Aber er habe den Mut und seinen Wunsch, Menschen zu helfen, nach wie vor nicht verloren – auch wenn er sich selbst damit in Gefahr begibt.

Eine Geschichte, an die er sich oft zurückerinnert und die auch ihn nachhaltig beeindruckt hat, ereignete sich vor einigen Jahren: Eine Woche vor Weihnachten half sein Team einem Mann, der in der Nähe des Hauptbahnhofs in Prato einen Herzinfarkt erlitt. Seither bringt dieser Mann dem Freiwilligenverband jedes Jahr zu Weihnachten Geschenke und Süßigkeiten als Zeichen des tiefen Respekts und der Dankbarkeit.

Vor drei Jahren startete Leopoldo Bolognini eine spezielle Ausbildung, um aktiv an den Hilfseinsätzen des italienischen Katastrophenschutzes teilnehmen zu können. Parallel wurde auch sein Hund Willy als Rettungshund ausgebildet. Nach umfangreichen Trainingskursen mit vielen praktischen Einheiten bei jedem Wetter wurde das Können der beiden in schwierigen Abschlusstests erfolgreich abgeschlossen. Während Leopoldo schon an vielen Rettungseinsätzen teilgenommen hat, wartet sein Pittbull Willy noch auf seine lebensrettende Premiere. In den Venetischen Alpen gehen immer wieder Menschen in den Wäldern und den zahlreichen Gletscherspalten verloren. Hier ist vor allem wegen der Unterkühlungsgefahr große Eile und effizientes Vorgehen der Retter geboten.

Leopoldo stellt lieber die Fähigkeiten seines geliebten Vierbeiners in den Vordergrund, anstatt über seine Hilfeleistungen zu sprechen: „Wenn ich eine vermisste Person wäre, wäre ich froh, von Willy gesucht und gefunden zu werden“, sagt er und weist auf die feinen Sinne seines tierischen Freundes hin. „In verschiedenen simulierten Trainingsszenarien hat er sogar die Rettung von verschütteten Erdbebenopfern erfolgreich absolviert.“ Und so ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch Willy neben Leopoldo zum Einsatz gerufen wird.

Es sind Menschen wie Yan Yonghong, Krzysztof Tarczewski, Hayden Hofland, Claudio Langianni und Leopoldo Bolognini, die unsere höchste Anerkennung verdienen. Wir sind stolz, sie zu unserem weltweiten Team zählen zu dürfen: als Menschen, die niemals zögern, wenn es drauf ankommt, sondern stattdessen immer mutig vorangehen.